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Aktuelles - April 2008

Mathematik besonders spannend, wenn sie praktisch anwendbar ist

Neu an der FernUniversität: Prof. Dr. Werner Kirsch

„Mathematik ist besonders spannend, wenn sie im Alltag anwendbar ist“, findet Prof. Dr. Werner Kirsch. Dementsprechend eng ist der Praxisbezug der Fragen, mit denen sich der Mathematiker beschäftigt. Bisher an der Ruhr-Universität in Bochum, ab sofort an der FernUniversität in Hagen. Der Nachfolger von Emeritus Prof. Dr. Otto Moeschlin an der Fakultät für Mathematik und Informatik erhielt jetzt seine Ernennungsurkunde von Rektor Prof. Dr.- Ing. Helmut Hoyer.

Wahrscheinlichkeitstheorie und mathematische Statistik sind die Schwerpunkte, die Prof. Kirsch am Lehrgebiet Stochastik den Studierenden vermitteln wird. Sein Arbeitsgebiet umfasst unter anderem die stochastische Analysis, Schrödingeroperatoren, statistische Mechanik, Differentialoperatoren der mathematischen Physik und Zufallsmatrizen. „Besonders faszinierend sind für mich auch die Schnittstellen zwischen Mathematik und Politik“, so Kirsch.

Neu an der FernUniversität in Hagen: Prof. Dr. Werner Kirsch Neu an der FernUniversität in Hagen: Prof. Dr. Werner Kirsch

Mit drei weiteren Professoren hat er beispielsweise untersucht, welche Lösungen die Mathematik für die Frage nach einer gerechten Machtverteilung der Mitgliedsstaaten im EU-Rat bieten kann. Die Wissenschaftler entwickelten das so genannte Quadratwurzelverfahren, das auf den Erkenntnissen des Mathematikers Lionel Penrose basiert. Bei Abstimmungen des EU-Rates ist demnach die Gewichtung der Stimmen der Minister proportional zu der Quadratwurzel aus seiner Bevölkerungszahl.

Prof. Kirsch wurde 1956 in Heinsberg geboren. Sein Studium der Mathematik und Physik schloss er mit dem Diplom an der Universität Bielefeld ab, war dort unter anderem als stellvertretender Geschäftsführer am Lehrgebiet Mathematisierung tätig und promovierte 1981 an der Universität Bochum zum Thema „Über Spektren stochastischer Schrödingeroperatoren“. Es folgte eine Beschäftigung als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl Stochastik in Bochum. Im Anschluss an seine Habilitation (1984) mit dem Titel „Über die Zustandsdichte in ungeordneten Systemen“ folgte er dem Ruf der Ruhr-Universität auf eine Professur an der Fakultät für Mathematik. Dort hat er die Arbeitsgruppe Mathematische Physik geleitet.

Manuela Feldkamp | 09.04.2008
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