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April

Prüfung für den Einsatz im Weltall bringt Solarzellen zum Leuchten

Deutsch-italienische Promotion in Hagen vielleicht einmal wichtig für Raumfahrt

Japan, China, Korea, Thailand…: Zahlreiche Kontakte unterhält die FernUniversität in Hagen mit wissenschaftlichen Einrichtungen auf der anderen Seite des Erdballs. Doch auch Kooperationen mit näher liegenden Ländern kommen nicht zu kurz. So arbeitet das Lehrgebiet Bauelemente der Elektrotechnik von Prof. Dr. Wolfgang Fahrner auch mit der italienischen Universität Salerno seit vielen Jahren erfolgreich zusammen. Ein Resultat der langjährigen Kooperation mit Prof. Heinz-Christoph Neitzert war jetzt die Promotion der jungen Italienerin Manuela Ferrara in Hagen mit den beiden Professoren als Gutachtern. Das Ergebnis der erfolgreichen Prüfung könnte dabei durchaus weit über die Erde hinaus reichen und vielleicht sogar einmal für die bemannte Raumfahrt interessant sein.

Manuela Ferraras Promotion wurde von Prof. Wolfgang Fahrner (Hagen, Mitte) und Prof. Heinz-Christoph Neitzert (Salerno)betreut

In ihrer Promotion ging es um die Charakterisierung von mit Protonen degradierten Solarzellen mittels Elektrolumineszenz. Damit kann die Widerstandsfähigkeit von Solarzellen unter Weltraumbedingungen geprüft werden. Die Elektrolumineszenz ist eine zerstörungsfreie Messmethode, mit der man Schäden an Solarzellen feststellen kann. Dafür wird Strom durch die Zelle geschickt, die – weil es sich bei einer Solarzelle im Prinzip um eine Diode handelt – Licht aussendet. Dieses wird dann gemessen. Prof. Dr. Heinz-Christoph Neitzert: „Je besser eine Solarzelle ist, desto besser funktioniert sie auch als Leuchtdiode.“ (Infrarotes) Licht wird also ganz einfach durch Umpolung erzeugt: „Diese Technologie lässt sich verwenden, um alle Schäden an Solarzellen festzustellen, die im Weltraum entstehen“, erläutert Prof. Neitzert, „die am häufigsten verwendeten Zellen aus Silizium sind auch die empfindlichsten“. Die Messmethode könnte sogar helfen, die Eignung von Solarzellen für extraterrestrische Anwendungen zu prüfen. Damit könnten die Arbeiten vielleicht sogar einmal einen, wenn auch sicherlich bescheidenen Beitrag für Mond- und Marsmissionen leisten.

Die Zusammenarbeit von Wolfgang Fahrner und Heinz-Christoph Neitzert begann bereits vor mehr als 20 Jahren, als beide in Berlin beim Hahn-Meitner-Institut in Berlin tätig waren. Zahlreiche Forschungsprojekte waren das Ergebnis. Seit 10 Jahren besteht das gemeinsame Programm zum Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zwischen Hagen und Salerno, in dessen Rahmen Manuela Ferrara mehrfach nach Hagen kam.

Sie arbeitet in Pozzuoli bei Neapel bei der Firma Technobiochip an der Entwicklung von Geräten für die Biotechnologie. Am Institut für Optoelektronik des Electronical Engineering Departments der Universität Salerno befasste sie sich mit der Charakterisierung von Solarzellen, organischen Displays und der Sensorentwicklung. In dieser Zeit war sie an einem Kooperationsprojekt im Rahmen des Vigoni-Austauschprogramms zwischen Hagen und Salerno beteiligt. Dieses ermöglichte es ihr, zahlreiche Messungen an den Solarzellen in Hagen durchzuführen und vor allem eine gründliche Einführung in die Technologie der Silizium-Heterosolarzelle zu erhalten.

Gerd Dapprich | 17.04.2009
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