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April

Großes Geschick in technischen Berufen

FernUniversität bot abwechslungsreiches Programm beim Girls´ Day

Immer noch gibt es in Deutschland zu wenige Frauen in den so genannten MINT-Berufen. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Damit sich dies zukünftig ändert, hieß es am 23. April in den technischen Lehrgebieten und Arbeitsbereichen der FernUniversität in Hagen wieder „Zutritt nur für Mädchen“.

Rund 110 Mädchen begrüßte die Gleichstellungsbeauftrage Melanie Graf am bundesweiten Mädchenzukunftstag. „Auch in diesem Jahr mussten wir aufgrund des großen Andrangs leider einige Mädchen auf den nächsten Girls´ Day vertrösten“, so Graf. Wolfram Krunke, Personaldezernent, stellte den Mädchen die FernUni in Zahlen und Fakten vor. Eindrücke vom siebten Girls´ Day an der FernUni haben die Neuntklässlerinnen Jessica, Tanja und Ann-Kathrin – betreut von einem Team aus Pressestelle und Zentrum für Medien und IT – in einem selbstgedrehten Film gesammelt.

Mädchen vor PC-Bildschirm und Rundleinwand Die Simulation von Flügen durch künstliche Landschaften auf einem Rundbildschirm ist ein Beispiel dafür, wofür Parallelrechner eingesetzt werden können

Flug über virtuelle Landschaft

Was ist eigentlich ein Parallelrechner? Zugegeben, auf den ersten Blick sieht so ein Gerät ziemlich unspektakulär aus. Umso erstaunter waren die Mädchen, die sich am Girls´ Day an der FernUniversität in Hagen für das Angebot des Lehrgebiets Parallelität und VSLI (Very Large Scale Integration) der Fakultät für Mathematik und Informatik angemeldet hatten. Parallelrechner sind Computer mit mehreren Prozessoren. Prof. Dr. Jörg Keller zeigte den Schülerinnen mit der Simulation von Flügen durch künstliche Landschaften auf einem Rundbildschirm ein spannendes Beispiel, wie diese Technik eingesetzt werden kann. Begeistert lenkten die „Nachwuchspilotinnen“ das Flugzeug via Bildschirm und Joystick im virtuellen Cockpit.


Gruppe von Mädchen arbeitet mit Lötkolben Gekonnt hantierten die Mädchen im Elektroniklabor mit Seitenschneider und Lötkolben und richteten die einzelnen Bauteile für das "leuchtende" Herz zu

Leuchtende Herzen

„Bei vielen Tätigkeiten in technischen Berufen sind Mädchen viel geschickter als Jungen“, ist Peter Böhme überzeugt. Der Ingenieur muss es wissen. Beim jährlich stattfindenden Girls´ Day hat er schon einige Male die Türen der Feinmechanischen Werkstatt in der Fakultät für Mathematik und Informatik der FernUniversität für junge Damen ab der 5. Klasse geöffnet. Die Aufgabe der Mädchen in diesem Jahr: „Bringt ein Herz zum Leuchten“. Für die Schülerinnen war das kein Problem, gekonnt hantierten sie im Elektroniklabor mit Seitenschneider und Lötkolben, richteten die einzelnen Bauteile zu und hielten am Ende stolz ihre blinkenden Herzen in der Hand.

Roboter mit menschlichen Zügen und optische Täuschungen

Sie hören auf den Namen „Robosapien“. Was die etwa 60 cm großen Roboter alles können, probierten die Mädchen am Lehrgebiet Prozesssteuerung und Regelungstechnik aus. Über eine grafische und intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche programmierten sie die menschenähnlichen Wesen und ließen sie beispielsweise zu Popmusik tanzen.

Am Lehrstuhl für Optische Nachrichtentechnik ging es in diesem Jahr um "optische Täuschungen und optische Bildkodierung". Dabei lernten die Schülerinnen u.a., wie man mit Hilfe einfacher Moiré-Effekte aus einem Digitalfoto von sich selbst eine kodierte Darstellung erzeugt, die man mit Hilfe eines geeigneten "Schlüssels" wieder erkennen kann.

LAN-Party und Bibliotheksralley rückwärts

Unter anderen zu einer LAN-Party lud das Zentrum für Medien und IT ein. Die Mädchen bauten die einzelnen Bestandteile eines Rechners – zum Beispiel Laufwerke und Netzwerkkarten zusammen, um die Computer anschließend zu vernetzen (LAN).

Was machen eigentlich Bibliotheken? Und wie kommt das Buch, das man lesen möchte dorthin? Das und vieles mehr erfuhren die Mädchen während einer Führung durch die Universitätsbibliothek von Annette Kustos. Wie gut sie dabei aufgepasst hatten, konnten sie im Anschluss bei einer „Bibliotheksrally rückwärts“ beweisen. Dazu mussten sie ein bestimmtes Buch im Online-Katalog der Bibliothek suchen, im Regal finden und den Weg dieses Buches bis zum Kauf zurückverfolgen.

Manuela Feldkamp | 24.04.2009
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