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Juli

Zum Fernstudium forschen

Deutsche Fernstudiendokumentation an der Universitätsbibliothek angesiedelt

Heute ist alles selbstverständlich. Im modernen Fernstudium werden nach dem Prinzip des Blended Learning schriftliche Studienbriefe mit DVDs und Online-Angeboten kombiniert. Die räumliche Distanz überbrücken Studierende und Lehrende einfach mit dem Austausch via E-Mail, Live-Chat oder Videoprüfung. Wie aber sahen die Anfänge der Fernstudien aus und wie verlief ihre Entwicklung? Wer hat also bisher zum Thema Fernstudium geforscht und wo finde ich diese Quellen?

Mit der deutschen Fernstudiendokumentation (dfsd) ist eine umfassende Sammlung deutsch- und fremdsprachiger Literatur sowie sonstiger Materialien zum Thema Fernstudium an der Universitätsbibliothek (UB) angesiedelt. „In dieser Form ist solch eine Sammlung in Deutschland sicherlich einmalig“, sagt Dr. Sandra Caviola, in der UB verantwortlich für die Deutsche Fernstudiendokumentation. Die Dokumente geben Aufschluss über Entwicklung und Stand der Fernstudienforschung und sind in einer Datenbank erfasst. Der Großteil stammt aus den 1960er bis 1990er Jahren.

Bereits seit 2005 können alle am Thema Interessierten über das Portal der Universitätsbibliothek auf diese Datenbank zugreifen, die gewünschten Quellen recherchieren und ausleihen. Mehr als 2000 Einzelbände und Zeitschriften sind in den Bestand der UB eingearbeitet und öffentlich zugänglich.

Modernes Webportal mit umfassenden Recherchemöglichkeiten

Diese wissenschaftliche Recherche in den Beständen der dfsd über das Internet hat die Universitätsbibliothek jetzt stark verbessert. Kürzlich hat sie ein völlig neu konzipiertes, modernes Webportal freigeschaltet, das einen verbesserten Zugriff und vielfältige Recherchemöglichkeiten bietet. Die dfsd-Datenbank wurde dafür überarbeitet und in großen Teilen mit dem Bibliothekssystem verknüpft. Die UB hat das Portal selbst entwickelt und umgesetzt.

Zur bisherigen einfachen Suchfunktion kommt die erweiterte Suche dazu. Über die Detailansicht der Suchergebnisse können die Nutzerinnen und Nutzer jetzt auch auf externe Suchmaschinen wie Scirus oder Google Scholar zugreifen und dadurch ihre Recherche vertiefen. Neu sind ebenfalls die Verknüpfung mit Volltexten sowie die Integration von Dialog-Elementen auf den Webseiten des Portals. So können die Nutzerinnen und Nutzer interessante Links oder neue Publikationen melden, die dann von der UB auf den entsprechenden Portalseiten veröffentlicht werden. Das Portal richtet sich an alle Angehörigen der FernUniversität sowie an nationale und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Fachleute aus den Bereichen Fernstudium und Fernlehre.

Fit für die Zukunft

Mit dieser Entwicklung hat die Universitätsbibliothek darüber hinaus die Weichen für die Zukunft gestellt: Die Datenbank ist kein isoliertes Angebot, sondern kann später in einen „Suchraum Hagen“ eingebunden werden. Unter einer gemeinsamen Oberfläche im Internet sollen alle an der FernUniversität zur Verfügung stehenden Informationsressourcen wie Datenbanken, elektronische Zeitschriften und Bücher gebündelt werden. Datenbestände, die z. B. im Rahmen unterschiedlicher Forschungsprojekte zum netzgestützten Lernen entstehen, können dadurch mit den Beständen der dfsd zu einem Datenpool zusammengefasst werden, der für die Recherche zur Verfügung steht.

Die UB erfüllt mit dem „Suchraum Hagen“ darüber hinaus die Anforderungen, die im hs.r-Makroprozess „Wissenschaftliche Recherche ermöglichen“ definiert wurden.

Rückblick: Die Anfänge der dfsd

Einen Sammlungsschwerpunkt zum Thema Fernstudium hatte die Bibliothek bereits seit der Gründung der FernUniversität. Den endgültigen Anstoß zum Aufbau einer Fernstudiendokumentation lieferte aber letztlich die Übernahme der fernstudienspezifischen Bestände des ehemaligen Deutschen Instituts für Fernstudien an der Universität Tübingen (DIFF).

Als das Institut 2001 geschlossen wurde, gingen rund 2000 Einzelbände und Zeitschriften, Teile der privaten Sammlung des damaligen DIFF-Dokumentars Rudolf Manfred Delling sowie die umfangreiche Fernstudiensondersammlung (z. B. Sonderdrucke von Aufsätzen, Zeitungsartikel oder Kongress-Materialien) in den Besitz der Universitätsbibliothek über. Anfangs wurden die Dokumente teilweise zusammen mit der Sammlung des damaligen Zentralen Instituts für Fernstudienforschung (ZIFF) der FernUniversität in dessen Gebäude (Humpertstraße) aufbewahrt. Später erfolgte die endgültige Zusammenlegung aller Bestände unter dem Dach der UB.

Von der FernUniversität maßgeblich am Aufbau der dfsd beteiligt waren der ehemalige Bibliotheksleiter, Dieter Schmauß, der damalige Geschäftsführer des ZIFF, Dr. Helmut Fritsch, sowie Hartmut Fehmel, Dr. Walter Stallmeister, Manfred Rudolf Delling, Achim Schneider (alle Mitarbeiter in der UB) und Heinolf Hofmann (ZIFF). Delling war nach der Auflösung des DIFF noch zwei Jahre an der FernUniversität beschäftigt. Die dfsd von den Anfangstagen bis ins Jahr 2009 begleitet hat Achim Schneider als zuständiger Fachreferent. Erst kürzlich hat er das Fachreferat Mathematik übernommen.

Mit zum Bestand des DIFF gehörten ebenfalls Archivalien, d.h. Teilbestände des Deutschen Instituts für Fernstudienforschung, des Hamburger-Fern-Lehrinstituts sowie private Nachlässe. Sie werden momentan von der Archivarin Renate Dziuba ins Hochschularchiv integriert: „Die Dokumente füllen insgesamt etwa 100 Kartons und 80 CDs und sind konservatorisch in einem guten Zustand.“ Sobald die Erschließung abgeschlossen ist, stehen auch diese Materialien nach den Bestimmungen des Archivgesetzes NRW für Recherchezwecke zur Verfügung.

Der Link zum Portal: http://dfsd.fernuni-hagen.de/

Gesche Quent | 30.07.2009
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de