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Aktuelles - Januar 2010

Von Hagen aus die Sonne „anzapfen“

Solarzellenspezialist Prof. Wolfgang Fahrner 40 Jahre im öffentlichen Dienst

40 Jahre im öffentlichen Dienst – ein Jubiläum, das nicht viele Professorinnen und Professoren feiern können. Prof. Dr. Wolfgang Fahrner gehört zu diesen Wenigen: Er „hatte das Glück“, in renommierten Forschungseinrichtungen zu arbeiten, die dem öffentlichen Dienst gleichgestellt sind, blickte er bei der Überreichung der Urkunde durch den Rektor der FernUniversität in Hagen, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, zurück.

Für 40 Jahre Tätigkeit im öffentlichen Dienst gratulierten Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer (li.) und Dekan Prof. Dr. Rutger Verbeek (re.) Prof. Dr. Wolfgang Fahrner herzlich

Noch vor seinem Diplom-Abschluss 1970 in Freiburg ging er bis 1970 bis 1977 zur Fraunhofer-Gesellschaft, promovierte hier Ende 1972. In den folgenden Jahren wechselte er mehrmals zwischen Fraunhofer, IBM (USA) und dem Hahn-Meitner-Institut in Berlin (ab 1977).

Geboren wurde Wolfgang Fahrner in den Bayerischen Alpen, ging in Freiburg im Breisgau zur Schule. An der Stadt der Gässle und Bächle hängt er bis heute. Auch sein Studium der Physik und der Mathematik begann (und beendete) er in der badischen Metropole, setzte es in Darmstadt und mit einem Stipendium der französischen Regierung in Montpellier fort.

Zur FernUniversität kam Wolfgang Fahrner 1988 als Leiter des Lehrgebietes Bauelemente der Elektrotechnik. Hatte er sich zu Beginn seines Berufslebens ab Anfang der 1970-iger Jahre mit der Transistortechnologie befasst, so waren im Hahn-Meitner-Institut die Strahlenbelastung von elektronischen Bauelementen im Weltraum und die Leistungselektronik sein Thema. Heute ist er der Erdoberfläche wieder recht nahe: Photovoltaik und Nanotechnologie sind die aktuellen Schwerpunkte des renommierten Wissenschaftlers, der dafür eine helle Zukunft sieht. So könnten seine Entwicklungen durchaus dazu beitragen, die Vision der Stromerzeugung für Europa unter der nordafrikanischen Sonne Realität werden zu lassen. Schließlich stellten Fahrner und sein Team zahlreiche Europa- und Weltrekorde bei der optimalen Ausnutzung dieser umweltfreundlichen Stromerzeugungstechnologie auf. Erst kürzlich erhielt einer seiner Mitarbeiter den „Junior Einstein-Award“.

Nicht nur das Land NRW und verschiedene Bundesministerien sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst unterstützten die Forschung des Lehrgebiets, sondern ebenso zahlreiche industrielle Partner. Ebenso stolz ist Fahrner auf die Kooperationen mit verschiedenen Universitäten, u.a. in Salerno, Minsk, Lanzhou und Hongkong. Im Laufe seines Berufslebens wurde er Autor oder Co-Autor von 800 begutachteten Fachaufsätzen und neun Büchern. Nicht zuletzt erhielt er 15 Patente. Einige seiner Berliner Entwicklungen umkreisten sogar Jahre lang die Erde.

Auch in seiner Freizeit kann Fahrner nicht von seinen Bauelementen lassen, sammelt Mineralien und Kristalle: „Es gibt sehr viele Beziehungen zur Halbleiterphysik.” Im späteren Ruhestand will er sogar noch Kristallographie und Mineralogie studieren. Auch die weiteren Hobbys des ehemals aktiven Fußballers sind eng mit der Natur verbunden: Schwimmen, Radfahren und Skilaufen.

Gerd Dapprich | 19.01.2010
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