Als Rektor war er in den 1990er Jahren einer der führenden Köpfe der FernUniversität in Hagen. Bis zum 31. August dieses Jahres leitete Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Fandel den Lehrstuhl für Betriebswirtschaft, insbes. Produktions- und Investitionstheorie.
Prof. Günter Fandel (Mitte) wurde von seinem Nachfolger als Rektor, Prof. Helmut Hoyer (li.), in Anwesenheit von Prof. Joachim Grosser, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, aus dem aktiven Dienst als Lehrstuhlinhaber verabschiedet.
Die FernUniversität verlassen – diese Option kam für den 68-Jährigen trotz mehrerer hochkarätiger Rufe an andere Universitäten während seiner 35-jährigen Tätigkeit in Hagen nicht in Frage. Fandel: „Das Konzept der Fernlehre hat mich von Anfang an überzeugt und die FernUni hat mir immer sehr gute Bedingungen für Forschung und Lehre geboten.“ Auch wenn er jetzt emeritiert wurde, „die Entwicklung der FernUniversität werde ich auf jeden Fall auch weiterhin verfolgen“, unterstreicht er.
Es waren spannende und turbulente Zeiten, als der damals 32-Jährige nach seinem Studium der Volkswirtschaftslehre, der anschließenden Promotion an der Universität Bonn und einer Tätigkeit als Assistent bei dem berühmten Ökonomen Horst Albach im Jahr 1976 an die FernUniversität kam. Die Hagener Hochschule steckte noch in den Kinderschuhen, sie war – und das ist sie bis heute – die einzige staatliche Fernuniversität im deutschsprachigen Raum. Als „Mann der ersten Stunde“ wirkte er ebenso wie viele weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler engagiert und mit großem Erfolg an ihrem Aufbau, insbesondere an der Etablierung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, mit. Mittlerweile studieren an dieser Fakultät 35 Prozent der insgesamt über 75.000 Studierenden der Hagener Universität.
Die Geschicke der FernUniversität als Rektor in die Hand zu nehmen und dabei unter anderem an der Gestaltung neuer Konzepte für Hochschulsonder- und Entwicklungsprogramme mitzuwirken – diese Aufgabe war wie gemacht für Günter Fandel. Von 1993 bis 1997 brachte der Ökonom sein Wissen und seine Fähigkeiten mit außerordentlichem Engagement und sehr erfolgreich in diese hochschulpolitische Funktion ein. Mit der Einweihung des Logistikzentrums, des Technologie- und Gründerzentrums und des Philipp-Reis-Gebäudes wuchs die FernUniversität während Fandels Amtszeit als Rektor auch äußerlich sichtbar. „Die Realisierung dieser Bauprojekte ist auch der ertragreichen Arbeit meiner Vorgänger zu verdanken“, betont Fandel.
Als Wirtschaftswissenschaftler hat er nicht zuletzt mit seinen zahlreichen Publikationen – über 200 Bücher, Aufsätze, Diskussionsbeiträge, Lehrbücher und Monographien – einen Namen gemacht. Es gibt wohl nur wenige Studierende der Betriebswirtschaftslehre, die seine bereits in der 8. Auflage erschienene „Produktions- und Kostentheorie“ nicht in ihrem Besitz oder zumindest gelesen haben.
Seit mittlerweile rund zehn Jahren gibt Günter Fandel die Zeitschrift für Betriebswirtschaft heraus. Über seine Forschung, aber auch über diesen Schnittpunkt wird er weiter in der Hagener Universität tätig sein. „Ich bin dankbar, dass die Hochschulleitung mich für weitere Jahre bei meiner Forschung und der Herausgabe der Zeitschrift unterstützt“, freut sich der Emeritus.
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