Um das Erleben und Handeln von Individuen in ihren Gemeinschaften geht es der Community Psychology, z.B. in Räumen und Stadtteilen, aber auch in sozialen Netzwerken oder in sozialen Gruppen. Zur Etablierung der noch jungen Fachrichtung in Deutschland wird das neue Lehrgebiet für Community Psychology (Gemeindepsychologie) an der FernUniversität in Hagen sicher beitragen. Prof. Dr. Anette Rohmann erhielt jetzt ihre Ernennungsurkunde von Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer.
Prof. Anette Rohmann erhielt ihre Urkunde von Rektor Prof. Helmut Hoyer in Anwesenheit von Dekan Prof. Theo Bastiaens (Foto: Bernd Müller).
Die räumlich und sozial definierten Kontexte können zum Einen bestimmte tatsächliche Räume sein wie Stadtteile oder Regionen. Zum Anderen fallen sozial definierte Kontexte wie soziale Netzwerke oder Gruppen von Menschen mit bestimmten gleichen Eigenschaften – Interessen, Migrationshintergründen – hierunter. „Ziel der Community Psychology ist es, auf der Basis psychologischer Erkenntnisse das Zusammenleben innerhalb dieser Gemeinschaften zu verbessern und somit zur Lösung sozialer Probleme beizutragen“, erläutert Prof. Anette Rohmann.
In ihrer Forschungsarbeit will sie sich mit kultureller Vielfalt (Diversität), Konzepten für neue gesellschaftliche Herausforderungen – wie die besonderen Bedürfnisse älterer Migrantinnen und Migranten – oder der Gestaltung des Kontaktes von Mitgliedern verschiedener Gruppen befassen: „Wie kann man Probleme durch Prävention verhindern, wenn z.B. verschiedene Kulturkreise in Schulen miteinander auskommen sollen?“ Hierfür will Prof. Rohmann Konzepte entwickeln und evaluieren, indem sie Grundlagenforschung betreibt, gleichzeitig aber auch die Praxis nicht aus dem Auge lässt: „Ich möchte auch gerne mit den Menschen und Organisationen zusammenarbeiten, die vor Ort mit den Problemen konfrontiert sind.“
Anette Rohmann habilitierte sich im Januar 2009 an der Universität Münster, wo sie 2002 auch promoviert worden war und 1998 ihr Diplom in Psychologie erlangt hatte. Ihr Abitur hatte sie 1992 in Wuppertal abgelegt. Berufliche Stationen waren bisher die Professur für Sozialpsychologie, Fachhochschule Münster (2009 bis 2011) und Tätigkeiten als Wissenschaftliche Assistentin, Angestellte und Hilfskraft an der Universität Münster. Dort hatte sie im Sommersemester 2009 auch eine Vertretung des Lehrstuhls für Sozialpsychologie inne. Als Nachwuchswissenschaftlerin erhielt Anette Rohmann mehrere Stipendien, zuletzt 2008 durch das „Erstklassig!“-Mentoring Programm der Universität Münster.
In ihrer Freizeit läuft die Mutter zweier Töchter gerne, meistens 10-km-Strecken, liest oder geht, wenn es ihre Zeit zulässt, ins Kino.
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