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Aktuelles - Dezember 2011

In die engste Wahl gekommen

FernUni-Mediendidaktiker bewarben sich um Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung

Mit dem Konzept „Der Transfer-Motor VTU: Nachhaltige Weiterbildung und Unternehmensentwicklung“ haben sich Dr. Markus Deimann und Prof. Dr. Theo Bastiaens, Lehrgebiet Mediendidaktik der FernUniversität in Hagen, zusammen mit Benjamin Weber, M.A (BildungsWert) um den Preis für Innovation in der Erwachsenenbildung 2011 des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) beworben. Den beiden Wissenschaftlern ist es damit gelungen, in die engste Wahl zu kommen – ein Erfolg, mit dem sich Markus Deimann vollauf zufrieden zeigte, auch wenn es zum ersten Platz nicht ganz reichte: „Die Jury hat unser Projekt als besonders innovativ und herausragend bewertet, daher ist es so weit gekommen.“

VTU steht für „Volitionale Transferunterstützung“. Dabei geht es darum, durch bestimmte Strategien Motivationsdefizite zu überwinden. Die VTU gibt Lernenden durch ein Handbuch bewährte Strategien an die Hand. Zudem kann volitionale Unterstützung eine effektive Steuerung des Lernvorgangs fördern. Wichtiges Instrument im VTU-Gesamtzusammenhang ist der von Deimann und Weber entwickelte Willenstest (http://willenstest.fernuni-hagen.de).

Mit dem Begriff „Transfer“ wird die Übertragung dessen, was im Rahmen einer Massnahme der Erwachsenenbildung gelernt wurde, auf die berufliche bzw. private Alltagssituation bezeichnet. Zahlreiche Untersuchungen belegen die geringe Effizienz vieler solcher Maßnahmen. Das Thema Transfer und Transferbegleitung ist, so Deimann und Weber, nicht zuletzt deswegen ein Dauerbrenner der pädagogischen Disziplinen. Werden Lernende in ihrer Transferphase nicht begleitet, sind die Lerneffekte oft sehr gering, haben ihre Studien ergeben. Glaube man Trainern, wie vielfältig und nachhaltig sie ihre Teilnehmenden beim Transfer begleiten, dann machten sie diese Arbeit sehr gut. Schaue man jedoch hinter die Kulissen des Traineralltags, fräßen Akquisition, Konzeption und Training sämtliche Ressourcen auf. Daher werde die „Transferbegleitung nach Rechnungsstellung“ sträflich vernachlässigt.

Die Investition in eine systematische Transferbegleitung zahle sich dennoch aus, auch wenn sich das nicht in Euro und Cent ausdrücken lasse. Die beiden Wissenschaftler plädieren für ein sauber eingeführtes Bildungs-Controlling, das mit Transfer-Coaching erweitert werden müsse. Die Zuständigkeit für die Transferbegleitung sollte aber nicht beim Trainer liegen, sondern bei Transfer-Coachs, die aber nicht inhaltlich mit den Lernenden arbeiten, sondern sie begleiten. Nach Erkenntnissen von Deimann und Weber aus dem Projekt gibt es wenig inhaltliche Fragen im Transfer-Coaching, weil die heute verwendeten Seminarunterlagen i.d.R. hochwertig und didaktisch gut aufbereitet sind.

Das Thema des Preises, der alle zwei Jahre vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für lebenslanges Lernen e.V. (DIE) vergeben wird, lautete in diesem Jahr: „Grenzenlos lernen – Mit Grenzen und Entgrenzung didaktisch umgehen!“ Die Schirmherrschaft hat das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen übernommen.

Ausführliche Informationen zur VTU sind über die Seite http://ifbm.fernuni-hagen.de/ifbmimpuls/beitraege/2008-01-Volitionale-Transferunterstuetzung/ erreichbar.

Gerd Dapprich | 05.12.2011
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