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Aktuelles - November 2012

"Mobiles Lernen wird sich durchsetzen"

Mobile Learning Day 2012 an der FernUniversität mit Vorträgen und Workshops

Zum fünften Mal lud die Forschungsgruppe Mobile Learning der FernUniversität unter Leitung von Prof. Dr. Claudia de Witt zum Mobile Learning Day nach Hagen ein. Am 8. November referierten und diskutierten Expertinnen und Experten aus Kanada, England, der Schweiz und Deutschland über den Einsatz von Mobile Learning. Mehrere Workshops boten den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, sich mit den Vortragenden auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

„Lehrende, seid ihr darauf vorbereitet?“

Ein Höhepunkt der Fachtagung – mit 150 Interessierten aus Hochschule und Wirtschaft wie immer bestens besucht – war die Keynote von Prof. Mohamed Ally von der kanadischen Athabasca University. Ally referierte über die Vorteile mobiler Technologien, um Lernmaterialien für alle Studierenden an jedem Ort zugänglich zu machen. Er zeigte aber auch die wachsenden Herausforderungen für Lehrende, die sich auf die veränderten Rahmenbedingungen einstellen müssten. Zukünftige Studierendengenerationen würden den Einsatz mobiler Lernmöglichkeiten immer stärker einfordern. „Lehrende, seid ihr darauf vorbereitet?“, fragte Ally zugespitzt ins Plenum. Nur wenn mobile Technologien richtig konzipiert seien, könnten sie lernerzentrierte Bildung fördern, bei der die Zielgruppe Kontrolle darüber hat, wann und wo sie lernt. Eine Voraussetzung, um Lernende mit dem eigenen Angebot zu erreichen.

In weiteren Vorträgen stellten Referentinnen und Referenten ihre Projekte zu Mobile Learning vor. Prof. Diana Laurillard vom Institute of Education in London führte den “Pedagogical Pattern Collector” vor. Diese Forschungsplattform gibt Dozentinnen und Dozenten die Möglichkeit, ihre Unterrichtsideen und Entwürfe für mobile Lerndesigns effektiv zu teilen. Dr. Christoph Rensing von der TU Darmstadt zeigte, dass mobiles Lernen mehr Vorteile bieten könne als eine zeitliche und räumliche Unabhängigkeit. Denn der Einsatz mobiler Endgeräte erlaube neue Formen des so genannten „situierten Lernens“, in denen sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen den angebotenen Lernmedien und der Situation, in der sich der Lernende befindet, herstellen lasse.

Verbundprojekt „Mobile Learning“ an der FernUni

Anschließend präsentierte die FernUni-Forschungsgruppe Mobile Learning (Prof. Dr. Claudia de Witt, Christina Gloerfeld und Almut Sieber) die Ergebnisse des dreijährigen vom BMBF geförderten Verbundprojektes „Mobile Learning – prozessorientiertes Informieren und Lernen in wechselnden Arbeitsumgebungen“. Unter Leitung von Prof. de Witt, Lehrgebiet Bildungstheorie und Medienpädagogik, hatte das Hagener Team von 2009 bis Mai 2012 das Projektmanagement übernommen, zusammen mit Partnern wie Handylearn Projects, der IAG Dresden und der Daimler AG Mannheim die didaktischen Szenarien erarbeitet und die Ergebnisse evaluiert.

Wie ein LKW-Fahrer eine Wartezeit sinnvoll für die berufliche Qualifizierung nutzen kann, war eine der Fragestellungen im Projekt, das vom Bundesbildungsministerium gefördert wurde. Die Weiterentwicklung des E- zum M-Learning verändert dabei auch die didaktischen Herausforderungen in einem sich ständig ändernden Berufsalltag: Für Berufstätige, die viel unterwegs und selten am Schreibtisch sind, ist zeit- und ortsunabhängiges Lernen mit mobilen Endgeräten erste Wahl, wenn sie sich weiterbilden wollen. Die Lerneinheiten und –materialien müssen den Bedürfnissen, Kompetenzen und dem Lernverhalten der Zielgruppen angepasst und für alle möglichen Endgeräte optimiert werden.

Mobile Learning Day - Blick ins Publikum Mobile Learning Day 2012: Mit 150 Interessierten aus Hochschule und Wirtschaft wie immer bestens besucht

„Mobiles Lernen wird sich durchsetzen“

In weiteren Vorträgen kamen Vertreter von Wirtschaftsunternehmen zu Wort. Max Gissler stellte beispielsweise die E-Learning-Strategie der Schweizerischen Post vor, und Lutz Goertz vom MMB-Institut für Medien und Kompetenzforschung aus Essen präsentierte die Trendstudie MMB Learning Delphi 2012: Wie wird die Weiterbildung in Unternehmen im Jahr 2015 aussehen? Welche Trends werden dann das digitale Lernen bestimmen – und wo sind die größten geschäftlichen Erfolge zu erwarten? Goertz’ Antworten: Mobiles Lernen wird sich in den nächsten Jahren durchsetzen, aber zugleich belegen die Befragungsergebnisse, dass „Blended Learning“ – also der Mix aus Präsenzveranstaltungen und E-Learning – auch künftig das wichtigste Lernszenario fürs betriebliche Lernen bleiben wird.

Nach einer Podiumsdiskussion mit allen Vortragenden rundeten Workshops den Mobile Learning Day 2012 ab – unter anderem zeichnete FernUni-Wissenschaftler Sandro Mengel Umsetzungsschritte “von der Idee zur App“ auf. Welche Stolpersteine können auftreten? Gibt es erfolgreiche Strategien für die Entwicklung nachhaltiger App-Angebote? Die Teilnehmenden des Workshops erarbeiteten die technischen und personellen Infrastrukturen und lernten erste Autorenwerkzeuge kennen.

Des Weiteren wurde ein Workshop zu „Mobile Inquiry-Based Learning Technologies“ von Prof. Dr. Marcus Specht angeboten, in dem die Teilnehmenden sowohl den theoretischen Hintergrund des Konzeptes vermittelt bekamen, als auch konkrete Anwendungsbeispiele entwickeln konnten. Im dritten Workshop stellte Dr. Dirk Frohberg von der Schweizer Bundesbahn vier Kategorien vor, die Mobile Learning entsprechend ihres Lernkontextes einstufen. Die Teilnehmenden stellten sich gegenseitig Projekte vor und ordneten diese in das Schema ein, um anschließend den Reifegrad und mögliche Weiterentwicklung jedes Projektes zu diskutieren. Abgeschlossen wurde die Fachtagung durch die Gastgeberin Prof. Dr. Claudia de Witt und den Moderator Dr. Peter Krauss-Hoffmann vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Hinweis: Die abgebildeten Twitter-Meldungen auf dieser Seite sind nur drei der zahlreichen Tweets, die beim Mobile Learning Day von der FernUni, aber auch von anderen Nutzerinnen und Nutzern "live" veröffentlicht wurden.

Oliver Baentsch | 13.11.2012
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