„Christus kam nur bis Eboli“

Der Bochumer Schauspieler und Dozent Richard Saringer liest aus dem bedeutenden literarischen Zeugnis von Carlo Levi über das faschistische Italien. Der Eintritt ist frei.


Lesung aus dem autobiographischen Bericht von Carlo Levi an der FernUniversität

Originalausgabe:
Carlo Levis autobiographischer Bericht „Christus kam nur bis Eboli“ (1945) erzählt von einem politisch Verbannten, der sich mit der archaischen Gesellschaft eines süditalienischen Dorfes auseinandersetzt.

Aus dem autobiographischen Bericht „Christus kam nur bis Eboli“ von Carlo Levi liest der Schauspieler und Dozent Richard Saringer am Dienstag, 25. Februar, ab 19 Uhr im Seminargebäude der FernUniversität in Hagen. Zu der Veranstaltung der Universitätsbibliothek (UB) Hagen sind Interessierte herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Lesung ist eine Kooperation zwischen der UB Hagen und dem „Freundeskreis Italien“. Georg Schirmers, UB-Fachreferent, führt zu Beginn in den Text ein. Der Eintritt ist frei.

Der Inhalt

An einem Augustnachmittag des Jahres 1935 wird in einem Dorf im süditalienischen Lukanien ein Gefesselter aus einem Polizeiwagen gezerrt und den örtlichen Autoritäten übergeben. Der aus Turin stammende Intellektuelle und Regimekritiker muss sich mit einer von Armut, Aberglauben und Krankheit geprägten bäuerlichen Welt auseinandersetzen. Der Verbannte darf die Grenzen der Gemeinde nicht überschreiten. Seine Briefe werden zensiert. Die untereinander verfeindeten Vertreter der Obrigkeit wollen ihn auf ihre Seite ziehen. Die armen Bauern aber verehren und lieben den Fremden bald. Denn er begegnet ihrer archaischen Welt mit Respekt, er trotzt allen behördlichen Verboten und er versucht ihnen als Arzt zu helfen.

Der Autor

Carlo Levi (1902 – 1975): Maler, Arzt, Jude – und Regimekritiker im faschistischen Italien. Levi schrieb den autobiographischen Bericht „Christus kam nur bis Eboli“ 1943, versteckt in dem von Nazitruppen besetzten Turin. In dem Buch verarbeitet er die Erlebnisse seiner eigenen achtmonatigen Verbannung in dem Dorf Aliano (Süditalien). Levis Buch zeigt die zunehmende Faszination des Erzählers für die Menschen, aber auch die Distanz des Beobachters, der sich der Fremdheit seiner Umgebung stets bewusst bleibt.

Der Referent

Richard Saringer (geb. 1967 in Eisenstadt/Österreich) absolvierte seine Schauspielausbildung am Konservatorium in Wien. Als Dozent für Rollenstudium unterrichtet er an der Essener Folkwang Universität der Künste. Saringer lebt in Bochum und liest regelmäßig an der FernUniversität in Hagen.

Matthias Fejes | 17.01.2014