„Mein Großvater im Krieg 1939 – 1945“

Über konkrete Erlebnisse und Rollen der eigenen Eltern oder Großeltern von 1933 und bis 1945 herrscht oft Unwissen. Sichtbar gemacht werden die Mechanismen von Erinnern, Vergessen und Verdrängen.


„Erinnerungen und Fakten im Vergleich“ im Lüdenscheider Gespräch am 26. Februar

„Mein Großvater im Krieg 1939 – 1945. Erinnerungen und Fakten im Vergleich“: Moritz Pfeiffer macht an einem familiengeschichtlichen Beispiel im „Lüdenscheider Gespräch“ am Mittwoch, 26. Februar, die Mechanismen von Erinnern, Vergessen und Verdrängen sichtbar. Alle Interessierten sind zu der Veranstaltung des Instituts für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen ab 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid, willkommen.

Im Allgemeinen ist die deutsche Bevölkerung gut über die Geschichte und Verbrechen des Nationalsozialismus informiert. Konkret über die Erlebnisse und Rolle der eigenen Eltern oder Großeltern während der Jahre 1933 und 1945 herrscht jedoch großes Unwissen, sei es aufgrund von hartnäckigem Schweigen in den Nachkriegsjahrzehnten oder dem Wunschdenken „Opa war kein Nazi“ (Harald Welzer).

Moritz Pfeiffer hat seine Großeltern, insbesondere seinen Großvater, systematisch befragt und die Aussagen mit zeitgenössischen Quellen und dem wissenschaftlichen Forschungsstand verglichen. Seine Untersuchung – so der Historiker Wolfram Wette – macht an einem familiengeschichtlichen Beispiel die Mechanismen von Erinnern, Vergessen und Verdrängen sichtbar. Moritz Pfeiffer (Jahrgang 1982), geboren und aufgewachsen in Wuppertal, studierte Geschichte und Spanisch in Freiburg im Breisgau. Im März 2012 erschien sein Buch „Mein Großvater im Krieg 1939 – 1945. Erinnerung und Fakten im Vergleich“ im Bremer Donat-Verlag. Die Arbeit fand nationale und internationale Beachtung, u. a. in ZEIT, SPIEGEL-Online International, Welt, Süddeutsche und Deutschlandradio Kultur.

Die Veranstaltungsreihe „Lüdenscheider Gespräche“ findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität statt.

Gerd Dapprich | 03.02.2014