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Aktuelles - Februar 2014

Deutschlandstipendium: Das Netzwerk wächst

Stipendiatinnen und Stipendiaten trafen beim Empfang in Hagen Sponsoren

Illustration Stipendiatengruppe auf einer Treppe in der Firma Risse + Wilke mit Geschäftsführer Jörg Lohölter
Sicherheit geht vor: Für die Betriebsbesichtigung bei Risse + Wilke in Iserlohn mit Geschäftsführer Jörg Lohölter (li.) schlüpften die Stipendiatinnen und Stipendiaten in Warnwesten. (Fotos: Matthias Fejes)

„Ich freue mich, wie persönlich die Beschäftigen mit den Studierenden umgehen. Obwohl hier so viele studieren, wird der Einzelne nicht als Nummer behandelt.“ Gerald Mitter ist vom Fach, mit dem „Gesetz der großen Zahlen“ kennt sich der 24-Jährige aus. Denn er unterrichtet in Österreich Mathematik. Seit dem Wintersemester 2013/2014 studiert Mitter an der FernUniversität in Hagen Psychologie. Parallel zum Start des Studiums hat er sich um ein Deutschlandstipendium beworben und war erfolgreich. Ende Januar war Mitter der Einladung von Rektor Prof. Dr.-Ing Helmut Hoyer zum Treffen der Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten der FernUniversität nach Hagen gefolgt. Für Gerald Mitter – wie für die anderen angereisten Stipendiatinnen und Stipendiaten – hat die Universität fortan ein Gesicht.

Was ermöglicht das Förderprogramm? Der Frage sind wir während des Treffens in Hagen nachgegangen und haben Antworten darauf festgehalten: in einer Audio-Slideshow - mit Bildern, Interviews und Erläuterungen.

Anderthalb Tage hatten die Studierenden Zeit in Hagen: Zeit, sich und den Campus kennenzulernen, an einem Rhetorik-Seminar teilzunehmen und ein heimisches Kaltwalzwerk zu besuchen. Für einige der Studierenden war der Besuch der Kaltbandfertigung bei Risse + Wilke in Iserlohn ein Erlebnis. „Ich bin sehr beeindruckt von den Maßnahmen des Unternehmens zur Mitarbeiterbindung“, fasste Deutschlandstipendiatin Christine Käppeler ihren Eindruck zusammen. Sechs Fußballfelder passen in die Produktionshalle, in der der Stahl durch spezielle Legierungen für Anwendungen vor allem im Automobilbau veredelt wird. „80 Prozent des jährlich produzierten Kaltbandes von rund 1,5 Millionen Tonnen stammen aus der Region“, sagte Geschäftsführer Jörg Lohölter. Risse + Wilke fördert als Unternehmen das Deutschlandstipendium. „Es gibt uns die Möglichkeit, junge Leute zu fördern, die bereits im Beruf stehen. Wir sehen aufgrund des demographischen Wandels, dass wir zukünftig einen hohen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften haben werden.“

Viel Raum für Gespräche

Für die Stipendiatinnen und Stipendiaten war es nicht die einzige Gelegenheit, einen Förderer zu treffen. Dazu eignete sich insbesondere der Empfang des Rektors, auf dem die Studierenden auch ihre Urkunden ausgehändigt bekamen. Dazu kamen an dem Abend auch die Kanzlerin der FernUniversität, Regina Zdebel, Mitglieder der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. so wie Vertreterinnen und Vertreter aus den Fakultäten der Hochschule. Sie hatten gemeinsam aus 180 Bewerbungen die 19 diesjährigen Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten ausgewählt.

„Ihr Engagement ist außerordentlich. Und trotzdem sind Sie durchaus ,typische‘ FernUni-Studierende: Sie stehen mitten im Berufsleben, sind besonders engagiert und zielorientiert“, unterstrich Hoyer und fügte hinzu: „Und wahrscheinlich haben Sie sich ganz bewusst für ein Studium an der FernUniversität entschieden, weil Ihnen ein Präsenzstudium nicht dieselbe Flexibilität bieten würde. Das macht uns stolz.“

Genau das Gefühl empfinden auch die Stipendiatinnen und Stipendiaten. „Mich macht das Stipendium stolz. Es motiviert mich. Natürlich möchte ich, dass meine Studienleistungen auch weiterhin ein Stipendium wert sind“, sagte Maria Neuscheler, die die Förderung bereits zum zweiten Mal bekommt. Sie studiert an der FernUniversität Jura – zusätzlich zu einer Teilzeitbeschäftigung als Sozialpädagogin und ihrer Rolle als Mutter dreier Töchter. Die 38-Jährige sprach auf dem Empfang stellvertretend für alle Stipendiatinnen und Stipendiaten. Sie redete vor allem über den Mut, den ein Studium an der FernUniversität den Studierenden immer wieder abverlangt – sich zusätzlich zu Beruf und Familie Wissen anzueignen, auf Prüfungen vorzubereiten oder Hausarbeiten zu schreiben.

Informationen

Das Deutschlandstipendium ist zum Sommersemester 2011 an den staatlichen Hochschulen in Deutschland gestartet. Es fördert mit 300 Euro monatlich Studierende, deren bisheriger Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Die eine Hälfte der Förderung wird vom Bund getragen und die andere von Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen.

Dritte Runde für Deutschlandstipendium

Freiraum kann da das Deutschlandstipendium verschaffen, das eine monatliche Unterstützung in Höhe von 300 Euro garantiert. Für alle, die für den Förderzeitraum 2013/2014 mit ihrer Bewerbung nicht erfolgreich waren, stellte Rektor Hoyer in Aussicht: „Die Qualität der Bewerbungen und die hohe Nachfrage auf Seiten der Studierenden haben uns begeistert. Daher werden wir auch für 2014/2015 wieder am Deutschlandstipendium teilnehmen.“

Unterstützung bekam er darin von Frank Walter, Vorsitzender der Freundesgesellschaft, die zehn der 19 Stipendien finanziert. Walter betonte die Wirkung des Deutschlandstipendiums. „Kooperationen mit der FernUniversität geben neue Impulse und lassen ein regionales Netzwerk zwischen Wirtschaft und Wissenschaft entstehen“, sagte er. „Durch das flexible Studium bleiben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Unternehmen nach abgeschlossener Ausbildung erhalten und können neben dem Beruf an der FernUniversität studieren.“ Auch Bernd Pederzani, heimischer Unternehmer und Vorstandsmitglied der Freundesgesellschaft, fördert die FernUni-Studierenden: „Wenn es dadurch später noch viele von diesen engagierten jungen Menschen in Führungspositionen gibt, ist mir um Deutschlands Zukunft nicht bange."


Anja Wetter | 07.02.2014
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