Daumen drücken für Sotschi

Bei den Olympischen Winterspielen gehen auch drei FernUni-Studierende auf Medaillenjagd: die Snowboarderin Anke Karstens und das Eiskunstlaufpaar Miriam Ziegler und Severin Kiefer.


Snowboarderin Anke Karstens und das Eiskunstlaufpaar Miriam Ziegler/Severin Kiefer starten bei Olympia

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Bei Olympia ist alles möglich: Vor vier Jahren in Vancouver wurde Snowboarderin Anke Karstens Fünfte.

Unterwäsche hat sie eingepackt und Socken. Viel mehr braucht sie nicht. Ihre Snowboards sind schon da, die Olympia-Outfits ohnehin. Und die Unterlagen für ihr Psychologie-Studium, die bleiben ausnahmsweise zu Hause in Bischofswiesen: Wenn die Olympischen Winterspiele heute Abend im russischen Sotschi am 7. Februar eröffnet werden, marschiert auch Snowboarderin und FernUni-Studentin Anke Karstens (28) mit der deutschen Mannschaft in das Stadion im Olympischen Park der Schwarzmeer-Stadt ein.

Bei der Eröffnungsfeier dabei

Auf den Fernsehbildschirmen wird die deutsche Mannschaft angesichts des farbenfrohen Olympia-Outfits nicht zu übersehen sein. „Mir gefällt’s. Ich freue mich wahnsinnig, dass wir die coolen Sachen tragen und bei der Eröffnungsfeier mitmachen dürfen“, sagt Karstens, die mit dem Snowboard-Team eigens zum Auftakt nach Russland einfliegt, um danach noch einmal ein paar Tage in Ruhe in Südtirol zu trainieren. „Sonst kriegen wir einen Lagerkoller“, sagt sie mit Blick auf den Zeitplan. Denn erst am Ende der Spiele stehen die Snowboard-Wettkämpfe auf dem Programm.

Eiskunstlaufpaar aus Österreich hat Studienbriefe dabei

Dann ist für Miriam Ziegler und Severin Kiefer längst alles gelaufen. Das Duo aus dem österreichischen Graz reist ebenfalls zur Eröffnungsfeier an, startet dann aber schon am 11. Februar - und im Fall einer Qualifikation für die Kür der besten 16 am 12. Februar - im Eiskunstlauf. Gemeinsam werden sie in Sotchi aber auch für ihre Prüfungen an der FernUni lernen. „Selbstverständlich begleiten uns die Skripte nach Sotschi“, sagt Severin Kiefer. „Wir haben ja nur mehr gut einen Monat, um uns auf die Prüfungen vorzubereiten.“ Der 23-jährige Österreicher studiert im vierten Semester Politikwissenschaft, seine vier Jahre jüngere Partnerin hat gerade mit dem Bachelor in Kulturwissenschaft begonnen.

Mit ihrer Qualifikation für Sotschi haben die beiden FernUni-Studierenden viele Experten überrascht. „Wir sind ein sehr junges Paar, das sich erst im Frühjahr vergangenen Jahres formiert hat“, erklärt Kiefer. „Bis zu den nächsten Spielen 2018 wollen wir uns in der Weltspitze etablieren und dann um die Medaillen mitkämpfen.“

Für Anke Karstens sind es schon die zweiten Olympischen Spiele

Für Anke Karstens sind es bereits die zweiten Olympischen Spiele nach Vancouver. Vor vier Jahren wurde sie Fünfte. „Olympia hat seine eigenen Gesetze“, weiß sie. „Alles ist möglich.“ Daumen drücken heißt es bei ihren Starts im Parallel-Riesenslalom am 19. und im Parallel-Slalom am 22. Februar. Auf die Wettkämpfe, das olympische Dorf Mountain Valley und das ganze Drumherum freut die Bayerin sich riesig. „Dass so viele Sportler aus verschiedenen Sportarten zusammen kommen, das ist etwas ganz Besonderes“, sagt Karstens. Eintragen will sie sich auch für Tickets, um andere Wettkämpfe etwa im Ski- oder Bobsport hautnah zu erleben. „Das will ich genießen.“ Deshalb will sie während der Olympiade auch nicht fürs Psychologie-Studium lernen.

Obwohl sie sich für Anfang März für die Klausur des dritten Moduls in München angemeldet hat. Offen ist, ob sie wirklich hingeht. „Das ist zeitlich alles sehr eng. Vielleicht muss ich die Prüfung schieben“, sagt sie. Ihren olympischen Traum kann sie schließlich nur alle vier Jahre leben.

Carolin Annemüller | 06.02.2014