Letzte Zuflucht Mexiko

Am 11. März, beginnt die Ausstellung „Letzte Zuflucht Mexiko“ in der FernUni-Bibliothek. Zur Eröffnung liest Dr. Peter Schütze Texte des deutschen Schriftstellers und Emigranten Gustav Regler.


Ausstellung, Vorträge und Lesungen zu deutschsprachigen Flüchtlingen nach 1939

Ein kaum beachtetes Thema ist die Emigration deutschsprachiger Kunstschaffender und NS-Kritikerinnen und -Kritiker nach Mexiko während des Nazi-Regimes. Diese Ereignisse beleuchtet die Ausstellung „Letzte Zuflucht Mexiko – Gilberto Bosques und das deutschsprachige Exil nach 1939“ der Universitätsbibliothek (UB) der FernUniversität in Hagen und des Aktiven Museums Faschismus und Widerstand Berlin e.V. Sie präsentiert ab Dienstag, 11. März, 25 Biografien bekannter und weniger bekannter Mexiko-Emigrantinnen und -Emigranten. Am Eröffnungsabend liest Dr. Peter Schütze Texte von Gustav Reger, am 19. März geht es um Anna Seghers. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Zahlreiche deutsche und österreichische Künstlerinnen und Künstler – viele von ihnen Juden und Linke – saßen 1940 in Südfrankreich fest, nachdem deutsche Truppen in Frankreich eingefallen waren. Vielen verhalf Gilberto Bosques, mexikanischer Generalkonsul in Marseille, zur Flucht. Die Ausstellung über ihn ist im Ausstellungsraum der FernUni-UB, Universitätsstr. 23, 58097 Hagen, zu sehen. Um 18 Uhr beginnt hier eine Führung. Geöffnet ist die Ausstellung vom 11. März bis 26. April montags bis donnerstags von 9 bis 19 Uhr, freitags von 9 bis 16 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr.

Veranstaltungsort der Lesungen und Vorträge ist das Seminargebäude der FernUniversität, Universitätsstr. 33. Hier liest Peter Schütze zur Ausstellungseröffnung am 11. März aus dem Werk des Schriftstellers und NS-Kritikers Gustav Regler: „Tod, wo ist dein Stachel?“ Zuvor stellt Dr. Christine Fischer-Defoy (Aktives Museum) unter dem Titel „Ich bin hier wegen des Friedens – und meiner Pferde“ Gustav Regler in Mexiko vor. Beginn ist um 19 Uhr.

Der Schriftsteller, Journalist und zeitweilige Kommunist Regler (1998 bis 1962) floh 1933 nach Frankreich, wo er sich am publizistischen Kampf gegen die NS-Diktatur beteiligte. Später kämpfte er auf Seiten der internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg. Frankreich inhaftierte ihn 1939 als feindlichen Ausländer, nach Fürsprache der US-Präsidentengattin Eleanor Roosevelt und des Schriftstellers Ernest Hemingway kam er nach kurzer Zeit wieder frei und emigrierte 1940 nach Mexiko. In seinen Texten schilderte er u.a. die ihm fremde mexikanische Kultur und setzte sich mit der Gewalt und Todeserfahrung seiner Generation auseinander.

Am 19. März referiert Georg Schirmers (UB) ab 19 Uhr im Seminargebäude über Anna Seghers in Mexiko. Veronika Nickl (Ensemble des Theaters Bochum) liest anschließend die Erzählung von Anna Seghers „Der Ausflug der toten Mädchen“.

Die Veranstaltungen finden in Kooperation der FernUniversität mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hagen und Umgebung e.V. und mit der Jüdischen Gemeinde Hagen statt.

Gerd Dapprich | 05.03.2014