Beruf und Studium im Doppelpack

Eva Henseler berät zu Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mit Zweigleisigkeit hat sie bereits Erfahrung: Die Iserlohnerin studierte berufsbegleitend.


26-Jährige schloss als beste Absolventin an FernUni-Institut ab

Illustration Studentin Eva Henseler in der Mensa der FernUniversität
Eva Henseler steht fest im Berufsleben und hat bereits einen Bachelor und Master vorzuweisen.

„Berufsbegleitend“ bedeutet immer Zweigleisigkeit. Hiermit kennt sich Eva Henseler bestens aus: Duales Studium, anschließend Beruf und Studium. Eva Henseler ist 26; sie hat einen Beruf, einen Bachelor- und einen Master vorzuweisen. Gestresst wirkt sie dennoch nicht, eher fokussiert und zielorientiert. Als Einzige hat sie mit der Note Sehr Gut das „Hagener Masterstudium Management“ an der FernUniversität in Hagen im Herbst 2013 abgeschlossen. Ein weiterbildender Modulstudiengang, der vor allem Führungs- und Führungsnachwuchskräfte qualifiziert.

„Ich wollte unbedingt einen Master machen, aber meine Festanstellung nicht aufgeben“, blickt sie zurück. Im Herbst 2011 informierte sie sich über den Studiengang am Hagener Institut für Managementstudien (HIMS) und entschloss sich zur Einschreibung. „Das war meins“, sagt sie heute zusammenfassend.

Hohes Maß an Selbstlernkompetenz

Zwei Jahre lang arbeitete sie als Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit Iserlohn und beriet hierbei während der Woche Schülerinnen und Schüler im Hinblick auf ihre beruflichen Ziele. „Ich arbeite gern am Stück, deshalb habe ich fast ausschließlich an Wochenenden und im Urlaub für die Uni gelernt.“ Ohnehin kam es Henseler entgegen, dass ein hohes Maß an Selbstlernkompetenz gefordert war. „Ich lerne eher durch das eigene Aufbereiten des Stoffs statt durch Vorlesungen.“ Froh war sie aber auch darüber, sich regelmäßig mit einer Iserlohner Arbeitskollegin austauschen zu können, die parallel am HIMS studierte und ebenfalls erfolgreich abschloss.

Die beiden kennen sich bereits aus dem Erststudium an der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit in Mannheim. Dieses Studium absolvierte Henseler mit dem Bachelor in „Beschäftigungsorientierter Beratung und Fallmanagement“. „Mein Erststudium hat neben großen Anteilen in Gesprächstechnik auch Themen aus den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Sozialwissenschaften behandelt“, sagt sie. „Das Angebot des HIMS bot mir die Möglichkeit, mein fachliches Spektrum nochmals zu erweitern.“ Für die 26-Jährige war das Managementstudium insbesondere ein „persönlicher Zugewinn“.

Ihre aktuellen beruflichen Themen drehen sich um Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Teilzeitausbildung und Wiedereinstieg in den Beruf. Eva Henseler berät nun vor allem Menschen, die mit Doppel- und Dreifachbelastung umgehen müssen. „Das kenne ich aus eigener Erfahrung.“

Zur Berufswahl von Jugendlichen

Ihre Masterarbeit hat Eva Henseler am Lehrstuhl von Prof. Dr. Jürgen Weibler, Betriebswirtschaftslehre, insbes. Personalführung und Organisation, geschrieben. In einer qualitativen Studie hat sie untersucht, wie sich die Veränderungen in der Arbeitswelt auf die Berufswahl von Realschülerinnen und -schülern auswirken. „Entscheiden sich Jugendliche für vermeintlich krisensichere Jobs?“, lautete ihre Ausgangsfragestellung. Die Ergebnisse ihrer Arbeit fasst die HIMS-Absolventin so zusammen: „Nein, die Veränderungen lösen nicht immer ein erhöhtes Sicherheitsstreben aus. Die Schülerinnen und Schüler gehen unterschiedlich an ihre Berufswahl heran. Entscheidend ist, was Jugendliche für Erfahrungen im persönlichen Umfeld gemacht haben.“

Anja Wetter | 10.03.2014