Hinter die Kulissen schauen und neue Perspektiven entdecken

Mit dem Gabelstapler das Hochregallager erkunden und in der Bibliothek Literatur recherchieren: Der Girls' und Boys' Day lockte 80 Jugendliche zur FernUniversität.


Girls‘ und Boys‘ Day an der FernUniversität lockte 80 Jugendliche auf den Campus

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Girls' Day im Logistikzentrum: Bei einer Rallye erkundeten die Mädchen per Gabelstapler das Hochregallager.
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Boys' Day in der UB: Timon Colonna (l.) und Dorian Rüthers bei der Literaturrecherche.

Hoch hinaus geht es bis unter das Dach des Logistikzentrums: Zusammen mit Ausbilder Stefan Werthmann fährt Isabel Koslowski mit dem Gabelstapler in das Hochregallager hinein. „Das ist richtig cool“, sagt die 13-jährige Gymnasiastin der Hagener Hildegardisschule. Sie hat sich zusammen mit ihrer Freundin Athanasia Papazoglou für den Girls‘ Day im Logistikzentrum der FernUniversität in Hagen angemeldet.

Etwas Neues ausprobieren

Warum? „Weil wir uns unter Lagerlogistik gar nichts vorstellen können und etwas Neues ausprobieren wollen“, sagen die beiden Siebtklässlerinnen. Und das dürfen sie bei einer Rallye durch den Wareneingang, die Kommissionierung und den Warenausgang. Henrieke Jahn aus Dortmund hat als Erste das Lösungswort raus: Logistikzentrum. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Arbeit hinter dem Verschicken der Studienunterlagen steckt“, staunt die Neuntklässlerin.

Blick hinter die Kulissen

Insgesamt waren rund 80 Mädchen und Jungen ab Klasse sieben beim Girls‘ und Boys‘ Day an der FernUniversität in Hagen zu Gast. Ende März blickten sie in den Fakultäten und Zentralen Einrichtungen hinter die Kulissen.

Die Mädchen erfahren dabei mehr über berufliche Perspektiven in den Bereichen Technik, Mathematik und Informatik. Im Zentrum für Medien und IT erkunden sie etwa das Innenleben eines Rechners, in der Mechatronischen Werkstatt sammeln sie praktische Erfahrungen beim Zusammenbau eines blinkenden Herzens. Und in der Fakultät Mathematik und Informatik dreht sich alles um Verschlüsselungen, Wahrnehmung und Bewegungsdaten.

Boys' Day in der UB

Ausschließlich für Jungen ist dagegen das Angebot in der Universitätsbibliothek. Timon Colonna hat sich für den Boys‘ Day angemeldet und wird von seiner Teilnahme zukünftig bei Fachreferaten oder einer späteren Facharbeit profitieren. „Das Programm hörte sich spannend an und das ist es auch“, erzählt der Neuntklässler des Gymnasiums Hohenlimburg. Er recherchiert am PC nach E-Books und Zeitschriften und erfährt bei der Bibliotheks-Rallye, wie ein Buch ins Regal kommt. „Es ist interessant hinter die Kulissen zu gucken“, sagt der 14-Jährige.

Timon, Henrieke, Isabel und die anderen nehmen viele Informationen rund um die Hagener Hochschule mit nach Hause. „Die FernUniversität hat die meisten Studierenden in Deutschland“, berichtet etwa Gleichstellungsbeauftragte Melanie Graf, die mit ihrem Team den Aktionstag organisiert hat. „Bei uns studieren mehr Personen als bei einem Revierderby zwischen Schalke und Dortmund im Stadion sind.“ Maja Baltic ist eine der rund 80.000 Studierenden und erzählt von ihrem Informatik-Studium.

Ob deshalb einige der teilnehmenden Mädchen später tatsächlich Informatik oder Mathe studieren wollen oder die Jungen eine Ausbildung in der Bibliothek anstreben – darauf hat wohl auch der Aktionstag nur begrenzt Einfluss. Doch die Jugendlichen wissen nun: An der FernUniversität kann man nicht nur studieren, sondern auch verschiedene Berufsausbildungen machen.

Positives Feedback der Jugendlichen

Nach mehreren Stunden Programm auf dem Campus und im Logistikzentrum sowie einem Mittagessen in der Mensa fällt das Fazit der Schülerinnen und Schüler überwiegend positiv aus. Ein Auszug der Abschlussrunde: „Es war interessant und lehrreich“, „Ich konnte einen neuen Bereich kennenlernen“, „Die Aufgaben haben total Spaß gemacht“, „zu viele Vorträge“ oder kurz und knapp „chillig“.

Carolin Annemüller | 31.03.2014