„Solange noch die Rosen blüh‘n“: Liebe und Familie im Heimatfilm

Welche kulturellen Leitideen verkündeten „Die Geierwally“ (1956), „Solange noch die Rosen blüh‘n“ (1956) und andere Heimatfilme in den 1950-er Jahren? Und welche sind es heute?


Öffentliche Vorlesung in der Coesfelder BürgerUniversität am 7. Mai

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Der Heimatfilm der 1950-er Jahre gilt als eines der Medien, das wesentlich zur Restauration der patriarchalen Geschlechter- und Familienordnung beigetragen hat. Diese Sichtweise auf das Kino der Adenauerzeit ist mittlerweile differenziert worden. Der Vortrag von PD Dr. Sylka Scholz (TU Dresden) am 7. Mai in der Coesfelder BürgerUniversität stellt anhand populärer Filme wie „Die Geierwally“ (1956, Regie: Frantisek Cap) oder „Solange noch die Rosen blüh’n“ (1956, R.: Hans Deppe) dar, welche kulturellen Leitideen der Film dem vorrangig weiblichen Publikum bezüglich Liebe, Zweierbeziehung und Familie verkündete. Seit Mitte der 1990-er Jahre erlebt der „German Heimatfilm“ eine Renaissance. Inwieweit haben sich die Botschaften dieser neuen Filme wie etwa „Hierankel“ (2003, R.: Hans Steinbichler) oder „Sommer in Orange“ (2011, R.: Marcus H. Rosenmüller) verändert? ist ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt des öffentlichen Vortrags „Liebe, Zweierbeziehung und Familie –Botschaften im ‚German Heimatfilm‘“, der um 19 Uhr im Regionalzentrum Coesfeld der FernUniversität im WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Str. 29, Coesfeld, beginnt. Der Eintritt ist frei. Veranstalterin ist die Ernsting's-family-Junior Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften (Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke).

Es heißt, der deutsche Heimatfilm der 1950-er habe dazu beigetragen, dass die männlich dominierte Geschlechter- und Familienordnung wieder aufblühte. Diese Sichtweise auf das Kino der Adenauerzeit ist mittlerweile überholt. Der Vortrag stellt am Beispiel populärer Filme dar, welche kulturellen Leitideen der Film dem Publikum tatsächlich bezüglich Liebe, Zweierbeziehung und Familie verkündete. Seit Mitte der 1990-er erlebt der „German Heimatfilm“ eine Renaissance. Wird dem Publikum jetzt etwas anderes erzählt, wenn es um die ganz privaten Sozialbeziehungen geht? Haben sich die Botschaften in den neuen deutschen Heimatfilmen verändert? Um diese Fragen zu beantworten, werden Filmausschnitte aus „Hierankel“ und „Sommer in Orange“ gezeigt.

Die Coesfelder BürgerUniversität findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität in Hagen statt.

Gerd Dapprich | 03.04.2014