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Aktuelles - April 2014

Mit Deutschlandstipendium Lehrerin angestellt

Mitgliederversammlung der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität

Ein ganz besonderes Anliegen ist der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. seit jeher die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Daher freute sich ihr Vorstandsvorsitzender Frank Walter bei der Mitgliederversammlung 2014 besonders über den Vorstandsbeschluss, die Unterstützung noch weiter auszubauen.

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Der Vorsitzende der Geselschaft der Freunde der FernUniversität, Frank Walter, führte durch die Mitgliederversammlung.

Die Einzelheiten teilte Dr. h.c. Hans-Peter Rapp Frick als Geschäftsführer der Freundesgesellschaft (GdF) mit: Durch Stipendien gefördert werden 2014 Studierende, Promovendinnen und Promovenden sowie Studierende aus dem Doppelabschlussprogramm mit der Staatlichen Universität für Wirtschaftswissenschaft St. Petersburg, die zu Praktika nach Deutschland kommen. Diese Unterstützungen sollen in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Auch das zukünftige Promotionskolleg der Ernsting´s family-Juniorstiftungsprofessur, der gerade erfolgreich etablierte Hagener Forschungsdialog mit seinen zahlreichen Veranstaltungsreihen und wiederum 10 Deutschlandstipendien stehen auf der Förderliste ganz oben.

Ende Januar war die zweite Generation der Deutschlandstipendiatinnen und -stipendiaten in Hagen. Frank Walter konnte sich ein Bild von diesen begabten und engagierten Studierenden machen: „Ich war begeistert.“ Er bat Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen, es der Freundesgesellschaft gleich zu tun und ebenfalls Geld für die Deutschlandstipendien zu spenden: Ihre Höhe beträgt 300 Euro pro Monat, die Hälfte trägt der Bund, die andere Hälfte Sponsorin oder Sponsor.

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„Das Stipendium macht mich eher demütig als stolz“, bekannte Deutschland-Stipendiatin Kati Cysarek.

„Das Stipendium macht mich eher demütig“

Wie schon im Vorjahr stellte sich auch bei der 2014-er Versammlung eine Deutschlandstipendiatin vor – und während ihrer Worte hätte man eine Nadel fallen hören können: „Das Stipendium macht mich eher demütig als stolz“, bekannte Kati Cysarek, „weil dahinter Erwartungen stehen, die ich erfüllen will!“ Die Studentin der Psychologie (mit dem Schwerpunkt Bildungspsychologie) lebt seit sechs Jahren in in der indischen 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt Varanasi. Mit dem Studieren im Internet hat sie keine Probleme, während schriftliche Studienmaterialien sie oft nicht erreichen. Bei einheimischen Universitäten vermisst sie das notwendige Niveau. In Varanasi leitet Kati Cysarek eine Schule für 120 sozial benachteiligte Kinder, die oft traumatisiert sind. 30 Kinder und Jugendliche betreut sie in einer Großfamilie. Das Deutschlandstipendium ermöglichte die Anstellung einer Lehrerin, so dass sie selbst mehr Zeit zum Studieren hat. Zurzeit hält sie sich zusammen mit ihrem Mann in Deutschland auf, im Herbst geht sie wieder nach Indien zurück.

Der Rektor der FernUniversität, Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer, brachte bei der Übergabe der Stipendienurkunde auf den Punkt, was wohl alle dachten: „Wir freuen uns, dass wir Studierende wie Sie haben!“

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Die Kürzung der Hochschulmittel durch die ungarische Regierung macht die FernUniversität noch attraktiver für Studierende, berichtete Györgyi Germán.

Zum richtigen Zeitpunkt neue Räume in Budapest

Ein weiteres besonderes Anliegen ist der Freundesgesellschaft das Fernstudienzentrum Budapest. Über die Stiftung Deutschsprachiges Fernstudienzentrum Budapest unterstützt sie diese Einrichtung zur Betreuung der ungarischen FernUni-Studierenden. Darüber informierte Dr. Györgyi Germán, die Leiterin des Fernstudienzentrums, das Auditorium. In Kürze wird es die an einem anderen Standort bereits bezogenen neuen Räume mit besserer technischer Ausstattung einweihen und seine Präsenz in der Öffentlichkeit – bei Messen, Jobbörsen etc. – erheblich ausweiten.

Die ungarische Regierung hat die staatliche Finanzierung des Hochschulwesens drastisch gekürzt, u.a. sind wirtschaftswissenschaftliche und rechtswissenschaftliche Studiengänge betroffen. Viele Studierende können sich nicht mehr leisten, zu studieren ohne zu arbeiten: „Das hat zu starken Rückgängen bei den ungarischen Hochschulen geführt“, berichtete Györgyi Germán. Sofern sie die deutsche Sprache beherrschen, bietet die FernUniversität Studierenden und Interessierten eine interessante Alternative. So konnte das Fernstudienzentrum 2013 einen Studierendenzuwachs von zehn Prozent verbuchen. Die neuen Räumlichkeiten kommen also genau zum richtigen Zeitpunkt.

Fast 1.200 Mitglieder

Laut Geschäftsführer Hans-Peter Rapp-Frick nimmt die Zahl der Mitglieder weiter zu und liegt nun bei fast 1.200, von denen über 830 Absolventinnen und Absolventen sind. Dass sich so viele Alumni der Gesellschaft der Freunde anschließen, liegt großenteils an der Arbeit des Absolventenkreises, der in die GdF integriert ist. Er agiert aber nicht nur in Hagen, sondern das Netzwerk der Alumni weitet sich auf die Standorte der Regionalzentren aus. Ende 2013 entstand die vierte lokale Gruppe in Coesfeld. Die Gruppen in Berlin, Budapest und Hamburg sind inzwischen in ihren Regionen gut vernetzt.

Obwohl die Zahl von Unternehmen und Institutionen, die Mitglied sind, laut Hans-Peter Rapp-Frick sinkt, konnte Schatzmeister Dr. Kai Wilke von einer gesunden Finanzlage der Freundesgesellschaft berichten.

Beim Überblick von Rektor Hoyer über die wichtigsten Themen der letzten zwölf Monate standen das neue NRW-Hochschulzukunftsgesetz, der Hochschulentwicklungsplan 2015, die Prüfung neuer Entwicklungen wie MOOCs im Hinblick auf den Einsatz in der Lehre und der Hagener Forschungsdialog im Fokus.

Riesiges Interesse an öffentlichem Vortrag

Abschließend hielt Dr. Peter Brandt, emeritierter FernUni-Professor, Historiker und Sohn des früheren Bundeskanzlers seinen öffentlichen Vortrag „Mit anderen Augen. Der Politiker und Privatmann Willy Brandt“. Noch nie zuvor konnte die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität zu diesem Veranstaltungsabschluss so viele externe Interessierte willkommen heißen wie in diesem Jahr.

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Zu der großen Zahl von Mitgliedern gesellten sich viele Bürgerinnen und Bürger, um den Vortrag von Prof. Peter Brandt zu verfolgen.
Gerd Dapprich | 11.04.2014
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