Hinter der Glaswand

Frau, Haus, Hund – allein hinter einer unsichtbaren Wand: Das ist die Grundsituation in Marlen Haushofers Roman „Die Wand“. Kriszti Kiss liest aus dem Buch. Der Eintritt am 13. Mai ist frei.


Lesung aus Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ in der FernUniversität

Raus aus dem Alltag, das denken sich eine Frau, ihre Cousine und deren Ehemann. Sie wandern zu einer Berghütte, wollen dort ein paar ruhige Tage verbringen. Vor Einbruch der Nacht geht das Ehepaar für ein paar Besorgungen ins nahe Dorf. Nächster Morgen: Das Ehepaar ist nicht zurück. Die Frau geht ihnen nach – und stößt an eine gläserne Wand. Diese umgibt die Hütte, kein Ausweg. Und während innen alles normal wirkt, ist das Leben außen wie ausgelöscht. Anfangs noch schwankend zwischen Furcht und Verzweiflung, beginnt sich die Frau bald mit ihrem neuen Leben zu arrangieren – doch das hat Folgen für sie.

Die Lesung aus Marlen Haushofers Roman „Die Wand“ findet am Dienstag, 13. Mai, von 19 bis 21 Uhr im Seminargebäude der FernUniversität in Hagen, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, statt. Es liest die Schauspielerin Kriszti Kiss. Der Eintritt ist frei. Die Lesung ist eine Veranstaltung der Bibliothek und der Gleichstellungsstelle der FernUniversität.

Bedeutender Beitrag zur Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts

Bei Erscheinen fand „Die Wand“ der österreichischen Autorin Marlen Haushofer (1920 – 1970) nur wenig Widerhall. Inzwischen gehört Haushofer zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Und das nicht zuletzt dieses Romans wegen, der vor allem im Zuge der Frauenbewegung der 1980er Jahre kontrovers diskutiert wurde.

Die Erzählung ist weiterhin aktuell: 2012 wurde „Die Wand“ mit Martina Gedeck in der Hauptrolle verfilmt. Zudem gibt es zahlreiche Theaterproduktionen.

Die ungewöhnliche Grundsituation des Romans hat zu unterschiedlichen Deutungen geführt. Sie reichen von psychologischen bis feministischen Ansätzen – von der literarischen Darstellung einer Depression bis zur weiblichen Selbstbestimmung in einer männlich dominierten Welt.

 

Weitere Informationen: Georg Schirmers, Tel: 02331 987-2935, E-Mail: georg.schirmers@fernuni-hagen.de

Matthias Fejes | 16.04.2014