„Die Zeit als Machwerk des Menschen“

Was ist Zeit? Ist sie etwas Reales, Objektives? Oder ist sie etwas bloß dem Bewusstsein von Tieren und Menschen Zugehöriges, Subjektives? Darum geht es am 5. Juni im Forum Philosophicum.


Referent ist Prof. Hubertus Busche, Lehrgebiet Philosophie I

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Mit dem Thema „Die Zeit als Machwerk des Menschen“ befasst sich die Vortragsreihe Forum Philosophicum der FernUniversität in Hagen am Donnerstag, 5. Juni. Referent ist Prof. Dr. Hubertus Busche, Lehrgebiet Philosophie I. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr, Veranstaltungsort ist das Seminargebäude der FernUniversität, Universitätsstr. 33, Raum 1 bis 3, 58097 Hagen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen.

Was ist Zeit? Ist sie etwas für sich Bestehendes, Reales, Objektives? Oder ist sie etwas bloß dem Bewusstsein von Tieren und Menschen Zugehöriges, Ideelles, Subjektives? Was bleibt auf Seiten der Sache Zeit übrig, wenn man alle im Zeiterleben vollzogenen Unterscheidungen (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft; Dehnungen und Stauchungen im Zeitbewusstsein; kulturspezifische Veränderungen des Lebenstempos usw.) wegdenkt? Diese Fragen wurden in der langen Geschichte der Philosophie sehr unterschiedlich beantwortet. Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick über die wichtigsten Antworten: von der Zeit als einer Eigenschaft der Dinge selbst, ja sogar als einer substanziellen Entität, bis hin zu ihrer Deutung als eines bloßen Gedankendings (ens rationis). Anschließend wird die Auffassung erläutert und verteidigt, dass Zeit ein reines Produkt menschlicher Kultur sei. Die Menschen machen zwar selbstverständlich nicht das Nacheinander der Ereignisse, nicht die kosmische Evolution. Aber sie erzeugen allererst kollektiv dasjenige, was den großen Fluss der Dinge zur „Zeit“ macht. Und sie machen das auf eine fatale Weise.

Das Forum Philosophicum findet unter dem Label Hagener Forschungsdialog der FernUniversität statt.

Gerd Dapprich | 02.05.2014