Neue Hauptrolle als Student der FernUniversität

Dichte Drehpläne, Rollenvorbereitung, viele Ortswechsel. Der Schauspieler Timothy Boldt möchte trotzdem studieren – deswegen hat er sich in Hagen eingeschrieben.


Schauspieler Timothy Boldt studiert Politikwissenschaft

Schauspieler Timothy Boldt
"Ich möchte meinen Interessen nachgehen" - Schauspieler Timothy Boldt studiert Politikwissenschaft an der FernUniversität. Foto: RedPoint Medienproduktion und Promotion GmbH

Es ist später Nachmittag. In einer knappen halben Stunde beginnt die Start-it-Up-Veranstaltung für das Bachelor-Studium Politikwissenschaft im Regionalzentrum Hagen der FernUniversität. Das Start-it-Up ist eine Einführung mit den wichtigsten Informationen zu Studienfächern und zum Fernstudiensystem. Timothy Boldt, kurze hellbraune Haare, Lederjacke, Jeans und Sportschuhe, ist extra früh aus Köln losgefahren. Er gehört seit gut zwei Jahren zum Ensemble der Soap „Unter Uns“. Seit Sommersemester 2014 studiert er Politikwissenschaft an der FernUniversität.

„So groß hab ich‘s mir gar nicht vorgestellt“, sagt Timothy Boldt und lässt den Blick von der FernUni-Mensa über das Gebäude der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät hin zur Universitätsbibliothek schweifen. „Die FernUni sieht aus, wie eine Universität aussehen muss“, ergänzt der Schauspieler, der bereits einige Semester BWL in seiner Heimatstadt Hamburg studiert hat. Mit seiner Umhängetasche und den Studiengangs-Broschüren unter dem Arm fühlt er sich in der Studierendenrolle schon wieder wohl. „Als Schauspieler ist man viel unterwegs. Man muss sich unglaublich viel mit sich selbst und seiner Rolle beschäftigen – und Prioritäten setzen“, beschreibt Boldt. Er setzte Prioritäten: Neben Rollenstudium, dichten Drehplänen, Freunden und Familie fehlte letztlich die Zeit für ein Präsenzstudium – er gab es auf, den Studienwunsch nicht.

Wissen, worauf man sich einlässt

„Ich weiß gern, worauf ich mich einlasse“, sagt Boldt und deutet mit einem Blick auf die Broschüren in seiner Hand. Vielleicht kommt das von seinem Beruf – Künstler-Karrieren sind bekanntlich unsicher. Engagements bleiben manchmal über längere Zeit aus, die Gagen sind längst nicht mehr so üppig wie früher, erklärt Timothy Boldt. „Ich habe Glück, für mich ist es einer der schönsten Berufe und ich kann davon leben.“ Bei vielen Kolleginnen und Kollegen sei das anders.

Ob er der Sicherheit wegen an der FernUniversität studiert? Sich ein zweites Standbein schaffen will? „Darum geht es mir nicht. Ich möchte meinen Interessen nachgehen“, sagt Boldt bestimmt. Seine Interessen, das seien neben der Schauspielerei vor allem Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. „Das Fernstudium ist für mich der beste Weg, mich neben der Arbeit noch in diesen Bereichen wissenschaftlich weiterzubilden.“ Die Politikwissenschaft sei eine ideale Ergänzung zu seinen BWL-Kenntnissen.

Katastrophe oder Happy End?

Langsam dämmert es, Timothy Boldt schaut kurz auf sein schwarzes Smartphone. Dann erzählt er, dass er sich bereits vorab mit dem Fernstudiensystem beschäftigt habe: „In meiner Schauspielgarderobe habe ich einen Schreibtisch, dort liegen schon einige Studienbriefe. Ich lerne dann einfach während der Drehpausen. Für die Klausurtermine habe ich bei „Unter Uns“ schon Sperrzeiten beantragt.“ Timothy Boldt weiß, worauf er sich einlässt – und er freut sich auf die Herausforderung: „Manchmal kommt einem das Studium ja wie ein Drama in fünf Akten vor, besonders kurz vor den Klausuren. Insgesamt baue ich aber auf ein klassisches Happy End“, sagt Boldt und lacht.

Dann schaut er wieder auf sein Handy und verabschiedet sich. In wenigen Minuten beginnt seine erste Vorstellung – als Student der FernUniversität.

Matthias Fejes | 16.05.2014