Anwendungsorientierte steuerliche Forschungsfragen

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich beschäftigen sich mit interdisziplinären Ansätzen aus der anwendungsorientierten Steuerlehre.


Prof. Stephan Meyering von der FernUniversität organisierte Tagung mit

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der FAST-Tagung, die Prof. Stephan Meyering (li.) von der FernUniversität in Hagen mitorganisiert hat.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der FAST-Tagung, die Prof. Stephan Meyering (li.) von der FernUniversität in Hagen mitorganisiert hat.

Inwieweit beeinflusst das steuerliche Splittingverfahren das Heiratsverhalten in Deutschland? Wie wirkt sich die E-Bilanz auf Versicherungsunternehmen aus? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich die 3. Wissenschaftliche Fachtagung der „Forschungsgruppe anwendungsorientierte Steuerlehre“ (FAST) auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zu den Gründungsmitgliedern der Forschungsgruppe und zum Organisationskomitee der Tagung zählt Prof. Dr. Stephan Meyering, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der FernUniversität in Hagen.

Die zahlreich erschienenen Mitglieder und interessierten Gäste hörten verschiedene Forschungsbeiträge, darunter auch einen Vortrag von Stephan Meyering. Er setzte sich kritisch mit einem Entwurf des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) zur Teilwertabschreibung wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung auseinander. „In meinem Vortrag ging es darum, dass Anschaffungskosten zunächst nicht den Gewinn mindern, sondern zu einem sogenannten Aktivtausch führen“, skizziert Meyering. „Die Anschaffungskosten werden dann in der Regel mittels eines Abschreibungsplans auf die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt. Das ist die planmäßige Abschreibung. Sofern der tatsächliche Wert später aber unter dem geplanten Wert liegt, ist die Vornahme einer außerplanmäßigen Abschreibung zu prüfen. Da außerplanmäßige Abschreibungen den Gewinn und damit im Regelfall auch die Steuerbelastung reduzieren, stehen sie unter besonderer Beobachtung des BMF.“ Der BMF-Entwurf zeigt nach Analyse des FernUni-Wissenschaftlers Inkonsistenzen, beispielsweise hinsichtlich des Verhältnisses der allgemeinen Definition des Begriffs „voraussichtlich dauernde Wertminderung“ zu den weiteren Ausführungen.

Der FAST-Tagung war ein Kongress zum Thema „Tax Compliance/Tax Risk/BEPS (Base Erosion and Profit Shifting)“ vorgeschaltet, an dem mehr als 70 Personen teilnahmen. Sie hörten Referate aus Wissenschaft, Rechtsprechung, Finanzverwaltung, Steuerberatung und Unternehmenspraxis.

Die Resonanz auf Tagung und Kongress war überaus positiv. Deshalb sollen die Veranstaltungen im nächsten Jahr wiederholt werden, mit Prof. Meyering im Organisationskomitee. „Damit ist zwar jede Menge Arbeit verbunden“, resümiert er, „aber es ist auch eine tolle Bestätigung der bisherigen Arbeit“.

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proe | 22.05.2014