Prof. Gisbert Ter-Nedden verstorben

Prof. Ter-Nedden etablierte die Neuere deutsche Literaturwissenschaft als Institut im Fachbereich. Wissenschaftlich beschäftigte sie sich mit dem Dichter Gotthold Ephraim Lessing.


3. August 1940 – 18. April 2014

Mit großer Trauer hat die FernUniversität in Hagen die Nachricht vernommen, dass Prof. Dr. Gisbert Ter-Nedden am 18. April 2014 in Bonn verstorben ist. Prof. Ter-Nedden wurde im September 1985 auf die zweite Professur für Germanistik/Neuere Literaturwissenschaft im damaligen Fachbereich für Erziehungs-, Geistes- und Sozialwissenschaften (ESGW) berufen. Zwei Jahrzehnte lehrte und forschte Gisbert Ter-Nedden an der FernUniversität, bevor er im August 2005 in den Ruhestand trat.

Gemeinsam mit dem Gründer des Faches an der FernUniversität, Prof. Dr. Dieter Gutzen, arbeitete er darauf hin, die Neuere deutsche Literaturwissenschaft als Hauptfach des Studienganges und damit zugleich als Institut im Fachbereich zu etablieren. Dies gelang in den 1990-er Jahren mit der Einrichtung einer dritten Professur für Europäische Literatur der Neuzeit.

Gisbert Ter-Nedden wurde am 3. August 1940 in Potsdam geboren. Von 1960 bis 1967 studierte er Germanistik und Philosophie in Tübingen, Fribourg, Berlin und Bonn. Unmittelbar danach schlug Ter-Nedden seine wissenschaftliche Laufbahn ein, arbeitete zunächst als Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Prof. Dr. Kurt Wölfel an der Universität Erlangen-Nürnberg, an der er 1970 mit einer Arbeit über Günter Grass und den modernen Geschichtsroman promovierte und sich 1981 im Fach Neuere deutsche Literaturgeschichte mit einer bahnbrechenden Arbeit über Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiele habilitierte. Nach weiteren Jahren in Erlangen-Nürnberg und Vertretungsprofessuren in Freiburg erreichte Ter-Nedden 1985 der Ruf aus Hagen.

Bis zuletzt galt seine wissenschaftliche Beschäftigung jenem größten deutschen Dichter der Epoche der Aufklärung: Gotthold Ephraim Lessing. Die Summe seiner literaturhistorischen Einsichten wollte er in einer umfangreichen Studie zu Lessing ziehen. Das Erscheinen dieses Buches zu erleben, an dem er mit aller Energie gearbeitet hat, blieb Prof. Ter-Nedden versagt.

Anja Wetter | 05.05.2014