Flexibilität in Produktion und Logistik

Prof. Thomas Volling interessieren vor allem komplexe Fragestellungen rund um kundenindividuelle Produkte. Hagen sieht er als logistisch hochinteressanten Verkehrsstandort.


Prof. Thomas Volling ist neu in der Fakultät Wirtschaftswissenschaft

Illustration Mann sitzt am Schreibtisch
Prof. Dr. Thomas Volling an seinem neuen Schreibtisch.

Das Namensschild an der Bürotür ist neu: Prof. Dr. Thomas Volling, Lehrstuhl für Produktion und Logistik. Im April hat der 36-Jährige die Räume frisch bezogen. An der FernUniversität in Hagen kennt sich Volling allerdings bereits aus. Im Wintersemester 2013/14 hatte er einen Lehrauftrag – in der Nachfolge von Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Fandel.

Der Name des Lehrgebietes ist Programm. „Neben dem Management der Produktion bildet die Logistik den zweiten, gleichberechtigten Schwerpunkt am Lehrstuhl“, beschreibt Volling. Es sind exakt seine Fachgebiete. Thomas Volling beschäftigt sich in Forschung und Lehre mit betriebswirtschaftlichen Problemstellungen der Planung und Steuerung von Produktions- und Logistiksystemen sowie deren Modellierung und Lösung mit Hilfe von quantitativen Modellen und Methoden des Operations Research. „Das sind elementare Fragestellungen in produzierenden Unternehmen, mit nach wie vor riesigen Potenzialen in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit.“ Speziell die Herstellung und Distribution individueller, speziell nach Kundenwünschen hergestellter Produkte haben es ihm angetan. Hier sind die Abstimmungsbedarfe zwischen Produktion, Logistik und Vertrieb besonders ausgeprägt, die Anforderungen an die Flexibilität von Produktions- und Logistiksystemen besonders hoch. „Das reizt mich als Wissenschaftler.“

Forschungsprojekte mit Unternehmen

An der TU Braunschweig und der University of Rhode Island hat der gebürtige Braunschweiger Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Anschließend promovierte er 2008 an der TU Braunschweig zum Thema „Auftragsbezogene Planung bei variantenreicher Serienproduktion“ und habilitierte sich 2014 zum Thema „Bedarfs- und Kapazitätsmanagement in der automobilen Supply Chain“. Währenddessen leitete Volling den Bereich Automobilproduktion und -logistik am Lehrstuhl für Produktion und Logistik.

In seiner Braunschweiger Zeit hat Volling öffentlich und industriell geförderte Forschungsprojekte in Kooperation mit Unternehmen und Instituten angestoßen, darunter Volkswagen, Salzgitter, ThyssenKrupp, Bosch, MAN, Henkel und MAPA. „Besonders attraktiv an der Zusammenarbeit mit Unternehmen sind die vielfältigen Möglichkeiten, Forschungsaktivitäten an den drängenden Herausforderungen von Wirtschaft und Gesellschaft auszurichten. Das schafft die Voraussetzungen für eine lebendige Forschung. Neueste Erkenntnisse fließen zurück in die Praxis und führen dort zu nachhaltigen Verbesserungen.“

Zusammenarbeit zwischen Universitäten

Solche Kooperationen möchte Volling auch in Hagen weiterverfolgen. Am Standort Hagen sieht sich Volling logistisch besonders gut aufgehoben. „Als bedeutender Knotenpunkt zwischen Ruhrgebiet, Rheinland und Südwestfalen steht Hagen für eine rege Industrie- und Handelskultur.“

Im Herbst plant Volling zudem eine Tagung an der FernUniversität, in Kooperation mit der wissenschaftlichen Kommission für Produktionswirtschaft im Verband der Hochschullehrer Betriebswirtschaft (VHB). Interne Unterstützung leistet ihm sein Fakultätskollege Prof. Andreas Kleine als Vorsitzender der wissenschaftlichen Kommission Operations Research im VHB.

Logistisch optimierte Wegstrecken

Nach 15 Jahren an einer Präsenzuniversität freut sich Volling über den Wechsel und die damit verbundenen Veränderungen. „Die Arbeitsbedingungen sind exzellent. Die FernUni-Studierenden sind mit ihren großen Unterschieden in Bezug auf Berufs- und Lebenssituationen ein Beleg für die bereichernde Wirkung von Vielfalt.“ Volling charakterisiert sie als fokussiert und ehrgeizig. Das macht er unter anderem fest an der hohen Beliebtheit, die insbesondere die anspruchsvollen Aufgabenstellungen für Abschlussarbeiten genießen. „Im Vordergrund steht das persönliche Weiterkommen.“

Zurzeit pendelt der Wissenschaftler zwischen Hagen und Braunschweig, zu seiner Familie und zur TU. „Ich fahre mit der Bahn. Dank moderner Technik ist das für mich Zeit zum Arbeiten.“ In Hagen hat Volling eine Wohnung bezogen – auf halbem Weg zwischen Hauptbahnhof und FernUniversität. Logistisch optimiert.

Anja Wetter | 14.05.2014