Der Alltag ist Mathematik

Ein zentrales Gebiet der Mathematik an der FernUniversität ist neu besetzt: Prof. Delio Mugnolo vertritt seit 1. Juli das Lehrgebiet Analysis an der FernUniversität.


Neuer Professor in der Fakultät für Mathematik und Informatik

Richtet sich an der FernUniversität neu ein: Prof. Dr. Delio Mugnolo verstärkt die Mathematik.
Richtet sich an der FernUniversität neu ein: Prof. Dr. Delio Mugnolo verstärkt die Mathematik.

Einkaufen, telefonieren, Musik hören – der Alltag ist Mathematik. Mit den Methoden und Werkzeugen einer der grundlegenden Wissenschaften lassen sich viele Bereiche des Lebens erfassen und Phänomene erklären, zeitgemäße Phänomene. Um etwa Verkehrsstaus vorherzusagen oder die Ausbreitung von Epidemien zu beschreiben, bedient sich Prof. Dr. Delio Mugnolo der Analysis. Der 35-Jährige verstärkt als Leiter des Lehrgebiets Analysis seit 1. Juli die Fakultät für Mathematik und Informatik an der FernUniversität in Hagen. „Sie schließen die Phalanx der Fakultät“, begrüßte Rektor Prof. Dr.-Ing Helmut Hoyer den neu berufenen Wissenschaftler.

Mit der Fernlehre hat der gebürtige Italiener Erfahrung: Während seiner Promotions- und Post-Doc-Phase hat er an der Konzeption von Internetseminaren für eine internationale Studierendenschaft mitgewirkt. Neue Medien in Gestalt von Newslettern, Website, Blog und Wiki hat Mugnolo ebenfalls schon für Lehrveranstaltungen eingesetzt. „Ich bin gespannt zu erleben, wie deren Einsatz hier gelebt wird.“ Zuletzt hat der Mathematiker an der Universität in Ulm gelehrt, wo er sich ebenfalls habilitiert hat. Seine Promotion hat Mugnolo im traditionsreichen Tübingen abgelegt. „Nach fast 20 Jahren in Süddeutschland freue ich mich über den Ortswechsel“, sagt Mugnolo, der in FernUni-Nähe gezogen ist.

Mathematische Moden

Nach Deutschland kam Delio Mugnolo über ein Erasmus-Stipendium, sein Mathematik-Studium hat er in Bari absolviert. „Ursprünglich wollte ich Ingenieur werden. Aber mit 18 Jahren habe ich mir klare Strukturen gewünscht, reines Denken“, erzählt er. Der Promotion in Tübingen folgte der Post-Doc in Bari. Das Intermezzo dauerte nur ein Jahr, dann war Mugnolo zurück in Baden-Württemberg. Von Ulm aus reiste er zu internationalen Tagungen. „Das ist unbedingt notwendig in der Mathematik.“ Durch die Fernlehre hofft er künftig ebenso zum wissenschaftlichen Austausch mit Kolleginnen und Kollegen unterwegs sein zu können. „Die Mathematik lebt von Moden, fachliche Schwerpunkte verändern sich und stehen abwechselnd im Fokus."

Seine Lehre wird Mugnolo mit den klassischen analytischen Fächern bestreiten: Differential- und Integralrechnung, Funktionalanalysis, partielle und gewöhnliche Differentialgleichungen, dynamische Systeme, Funktionentheorie… Der Mathematik-Professor freut sich insbesondere auf seine Fernstudierenden. Den hohen Anteil Berufstätiger empfindet er als großen Mehrwert. „Vor allem, wenn sie bereit sind, mit ihren Kenntnissen und beruflichen Erfahrungen die Diskussionen in Foren und an den Studientagen zu bereichern.“

„In der Forschung gehe ich seit sieben Jahren in Richtung angewandter Naturwissenschaften fremd“, lacht der junge Professor. „Mich interessiert die mathematische Analyse von Systemen in der Informatik oder der Physik, aber auch in den Neurowissenschaften und in der Biologie. Besonders spannend finde ich jene Modelle, in denen netzwerkähnliche Strukturen sich mithilfe von analytischen Methoden untersuchen lassen. Das lässt sich etwa auf die Entwicklung sozialer Netzwerke oder die digitale Bildverarbeitung anwenden.“

Anja Wetter | 18.07.2014