Einblicke in deutsche Unternehmenskultur

Dank Doppelabschlussprogramm: Zwei russische Studentinnen machen vierwöchige Praktika in Unternehmen im Münsterland. Erstmalig kommen auch Studierende aus Ungarn.


Studierende erwerben interkulturelle Kompetenz

Internationaler Besuch auf dem FernUni-Campus: (v.li.) Dr. Jens Wehrmann, Prof. Dr. Ulrike Baumöl (beide Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität) und Dietmar Lutzny (3.v.re., Gesellschaft der Freunde der FernUniversität) betreuten die Studierenden Bálint Róna, Nikolett Dorn, Olga Melnik und Sofia Gudkova.
Internationaler Besuch auf dem FernUni-Campus: (v.li.) Dr. Jens Wehrmann, Prof. Dr. Ulrike Baumöl (beide Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität) und Dietmar Lutzny (3.v.re., Gesellschaft der Freunde der FernUniversität) betreuten die Studierenden Bálint Róna, Nikolett Dorn, Olga Melnik und Sofia Gudkova.

Olga Melnik und Sofia Gudkova haben einige Wettbewerbsvorteile: Beide sprechen Russisch und Deutsch, beide kennen die russische Kultur und haben wirtschaftswissenschaftliches Fachwissen. Die Unternehmen Wilhelm Wülfing in Borken und Kuhlmann Cars in Heiden wissen das zu schätzen, denn beide Firmen möchten auf den vielversprechenden russischen Markt expandieren. Wülfing mit Heimtextilien, Kuhlmann mit Bestattungswagen der Extraklasse. Deshalb sind beide Firmen froh, Olga Melnik und Sofia Gudkova für vier Wochen als Praktikantinnen in ihren Marketingbereichen zu haben.

Es ist eine Win-Win-Situation. „Ich lerne die deutsche Unternehmenskultur kennen, sammele Berufserfahrungen und vertiefe meine Sprachkenntnisse“, sagt Olga Melnik in fast makellosem Deutsch. Sofia Gudkova nickt unterstützend. Die jungen Frauen studieren im Doppelabschlussprogramm der Staatlichen Universität für Wirtschaftswissenschaft St. Petersburg und der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der FernUniversität in Hagen. Am Ende ihres Studiums werden sie Abschlüsse zweier Universitäten und interkulturelle Kompetenz erworben haben.

Motor der Kooperation

Erstmalig sind auch ungarische Studierende über das Doppelabschlussprogramm mit der Universität Pécs für ein vierwöchiges Praktikum bei der Firma Iglo am Standort Reken gekommen. „Die Produkte kennen wir schon aus Ungarn“, erzählen Nikolett Dorn und Bálint Róna, die nun Einblicke in das Unternehmen bekommen. „Wir freuen uns über die Bereitschaft der Firmen, Praktikantinnen und Praktikanten aufzunehmen und ihnen auch bei der Unterkunft und vielen anderen Dingen, die organisiert werden müssen, wie beispielsweise die Bereitstellung von Fahrrädern, zur Seite zu stehen“, sagt Prof. Dr. Ulrike Baumöl als Koordinatorin des Doppelabschlussprogramms an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft in Hagen.

Die Brücke in die Unternehmen schlägt Dietmar Lutzny, Mitglied in der Gesellschaft der Freunde der FernUniversität und langjähriger Mentor für die FernUniversität. Lutzny kommt aus dem Münsterland und hat ein großes Netzwerk. Darüber knüpft er Kontakte zu Firmen in der Region. „Das sind Unternehmen, die schon wirtschaftliche Beziehungen zu Russland oder Ungarn pflegen. So ein Austauschprogramm muss sich für beide Seiten lohnen.“

Vor Ort begleitet Lutzny die Praktikantinnen und Praktikanten, außerdem organisiert er engagiert das kulturelle Begleitprogramm wie Städtetouren und Konzertbesuche. Überhaupt möglich macht die Freundesgesellschaft die Aufenthalte der Studierenden. Auf persönliche Initiative des Gdf-Vorsitzenden Frank Walter ist das Programm für ungarische Studierende ausgeweitet worden.

Aus Praktikum wird Festanstellung

Für Sofia Gudkova könnte aus dem Praktikum eine weitere Beschäftigung bei Kuhlmann Cars werden. Geschäftsführer Udo Schmidt möchte die 22-Jährige gerne in Kooperation mit der Fernuniversität für eine Studie weiter beschäftigen, um sich weiter auf den russischen Markt vorzuwagen. In der Vergangenheit des Doppelabschlussprogramms sind aus Praktika sogar feste Arbeitsverhältnisse geworden – eine Zukunftsperspektive Sofia Gudkova? „Sie haben auf jeden Fall die Option darauf, später für ein deutsch-russisches oder deutsch-ungarisches Unternehmen zu arbeiten“, unterstreicht Prof. Baumöl die guten Voraussetzungen für die Studierenden des Doppelabschlussprogramms – und ergänzt: „Außerdem sind Sie alle wichtige Botschafterinnen und Botschafter der FernUniversität.“

Anja Wetter | 17.07.2014