Karrierechance für Frauen in der Forschung

Mehr Frauen in die Wissenschaft bringen: Dazu sollen die Stipendien für Habilitandinnen an der FernUniversität in Hagen beitragen.


Die FernUniversität in Hagen vergibt zehn Stipendien für Habilitandinnen

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Mehr Frauen in die Wissenschaft: Nach wie vor erfolgt ein Bruch nach erfolgreicher Promotion. Foto:iStock/allanswart

Die FernUniversität hat die Gleichstellung in ihrem Hochschulentwicklungsplan als strategische Querschnittsaufgabe integriert. Dabei orientieren sich die Maßnahmen für Forschung an den Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die 2008 verabschiedet wurden. Die gleichnamige Arbeitsgruppe der DFG erkennt inzwischen deutliche Fortschritte bei der Fortentwicklung der Gleichstellung an den Universitäten. Dennoch steigt der Frauenanteil im Wissenschaftssystem in Deutschland nur langsam und liegt nach wie vor weit hinter anderen europäischen Ländern zurück. Weitere Bemühungen sind daher notwendig, um eine erhöhte Beteiligung von Frauen auf allen Stufen der wissenschaftlichen Karriere zu erreichen.

Knapp die Hälfte der Studierenden in Deutschland ist weiblich. Doch nach wie vor versickern Forschungskarrieren von Frauen in den traditionell auf Männer ausgerichteten Wissenschaftsstrukturen – ein Phänomen, das als „leaky pipeline“ bezeichnet wird.

Der Bruch findet insbesondere nach erfolgreicher Promotion statt. 2012 lag der Frauenanteil bei den Promotionen bundesweit bei 45,4 Prozent, bei den Habilitationen nur noch bei 27 Prozent.

Anträge ab sofort möglich

Um mehr Frauen in die Wissenschaft zu bringen, baut die FernUniversität in Hagen ihre Maßnahmen zur Förderung von Chancengleichheit für Frauen und Männer in der Forschung aus. Daher werden im Gleichstellungskonzept 2014 bis 2017 erneut Stipendien für Habilitandinnen vergeben. Insgesamt stehen zehn Fördermöglichkeiten zur Verfügung, pro Lehrgebiet maximal eins. Sie können jederzeit bis spätestens Ende 2015 beantragt werden.

Die Stipendien für Habilitandinnen sind zugleich Teil des Internen Forschungsförderprogramms und knüpfen an die Maßnahme aus dem Gleichstellungskonzept 2010 bis 2013 an. Eine halbe Stelle, die in einem Lehrgebiet oder Institut für eine Habilitandin vorgesehen ist, wird seitens der FernUni zunächst für drei Jahre auf eine ganze Stelle aufgestockt. Nach einer erfolgreichen Zwischenevaluation ist eine Verlängerung um maximal drei weitere Jahre möglich. Für die geförderten Habilitandinnen bedeutet das: Sie bekommen eine zusätzliche halbe Stelle für ihre eigene wissenschaftliche Forschung und Weiterqualifizierung finanziert. Außerdem erhalten sie ein Sach- und Reisekostenbudget in Höhe von 2.500 Euro pro Jahr.

Sozial abgesichterter Weg

„Die Maßnahme zielt darauf ab, auf einem sozial abgesicherten Weg mehr Frauen in die Wissenschaft bringen. Das ist eine tolle Karrieremöglichkeit“, betont Isabel Strauß aus dem Dezernat 1.2 (Forschung und Internationale Angelegenheiten). „Grundlage ist ein Arbeitsvertrag für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen inklusive aller damit verbundenen Vorteile.“

Voraussetzung für eine Bewerbung ist ein aussichtsreiches Habilitationsprojekt an der FernUniversität in Hagen. Erwünscht ist zudem die Bereitschaft, im geplanten Netzwerk Habilitandinnen mitzuwirken.

Derweil trägt das Habilitandinnen-Programm aus dem Gleichstellungskonzept 2010 bis 2013 Früchte. Eine der Stipendiatinnen wurde beispielsweise aus der Maßnahme heraus zur Juniorprofessorin an eine andere Universität berufen.

Fortsetzung des positiven Trends

Darüber hinaus entwickelt sich der Frauenanteil an der FernUni auf allen relevanten Karrierestufen positiv, bleibt jedoch noch hinter dem Bundesdurchschnitt zurück.

Der positive Trend soll fortgesetzt werden – dazu sollen die Stipendien für Habilitandinnen beitragen. Erste Beratungsgespräche laufen. „Das Interesse ist bereits groß“, sagt Ansprechpartnerin Isabel Strauß und hofft auf zahlreiche Bewerberinnen.

Nähere Information und Beratung zur Fördermaßnahme: Isabel Strauß, Dezernat 1.2, Telefon -2434, Isabel.Strauss@FernUni-Hagen.de sowie unter www.fernuni-hagen.de/forschung/forschungsfoerderung/gsk2014_habil_stip.shtml

Carolin Annemüller | 08.08.2014