Schopenhauer und Goethe

Vom 4. bis 6. September findet die Tagung „Schopenhauer und Goethe" in Weimar statt. Die FernUni ist Mitveranstalter und in die Finanzierung eingebunden.


Dr. Daniel Schubbe leitet internationale und interdisziplinäre Tagung in Weimar

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Goethe ist von Schopenhauer durchaus beeindruckt, bringt ihm aber nicht die erhoffte Wertschätzung entgegen. Foto:istock
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Schopenhauer ringt um Goethes Anerkennung. Foto: istock
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Vom 4. bis 6. September dieses Jahres leiten Dr. Daniel Schubbe, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der FernUniversität in Hagen, und der renommierte Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Sören R. Fauth (Universität Aarhus, Dänemark) gemeinsam die Tagung „Schopenhauer und Goethe“ im Goethe-Nationalmuseum Weimar. Vor einigen Jahren lernten sich die beiden Wissenschaftler zufällig bei einer Tagung in Frankfurt kennen. Entwickelt hat sich aus der ersten Begegnung ein reger Gedankenaustausch.

Dr. Jens Lemanski referiert

Dabei ist die FernUniversität nicht nur gemeinsam mit der Universität Aarhus sowie der Goethe- und Schopenhauer-Gesellschaft im Kreis der Veranstalter vertreten. Zusammen mit dem Dänischen Forschungsrat für Kommunikation und Kultur fördert sie die Tagung finanziell. Auch unter den Vortragenden findet sich ein Wissenschaftler der FernUni. Dr. Jens Lemanski wird über das Thema „Zwischen idealer Ahnen- und Artenkonstanz – die „Evolutionstheorien“ von Goethe und Schopenhauer“ referieren.

Weitergehende Kooperationen im Blick

„Wir versprechen uns von einer Tagung, die Literaturwissenschaftler, Philosophen und Wissenschaftshistoriker zusammenbringt, wichtige Impulse, die innerhalb einer Disziplin nicht erarbeitet werden können“, erklärt Schubbe. „Darüber hinaus erhoffen wir uns weitergehende Kooperationen.“

Bislang liegen nur wenige gewichtige Arbeiten vor, die Schopenhauer und Goethe mit Blick aufeinander diskutieren. Einflüsse und Vielfalt der Parallelen zwischen ihrem Denken sollen daher systematisch aufgezeigt werden.

Beziehung von Ambivalenzen geprägt

Geprägt ist die Beziehung zwischen Goethe und Schopenhauer von Ambivalenzen. Früh spielt für Schopenhauer der Denker und Dichter Goethe eine wichtige Rolle. Zahlreiche Verse Goethes nutzt Schopenhauer zum Ausdruck eigener Gedanken. Schon 1810 findet sich in Schopenhauers Nachlass eine Eintragung, die Goethe in seiner Bedeutung neben Kant stellt.

Nachdem Schopenhauer seine Dissertation „Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde“ an Goethe gesandt hat, kommt es 1813 über die Mutter Schopenhauers zum ersten Kontakt. Es folgen Gespräche über Goethes Farbenlehre, aber auch über allgemeine Fragen wissenschaftlicher Methodologie. Obgleich sich Goethe von Schopenhauer beeindruckt zeigt, bringt er Schopenhauer nicht die Wertschätzung entgegen, die dieser sich erhofft hat.

Carolin Annemüller | 11.08.2014