„Begeisterung, nationale Einheit, Verteidigung des Vaterlandes“

Um den Beginn des Ersten Weltkriegs ranken sich viele Mythen, Ideologien und Obsessionen. Hierzu hält Prof. Wolfgang Kruse am 1. Oktober im Lüdenscheider Gespräch einen Vortrag.


Erster Weltkrieg: FernUni-Historiker spricht über Mythen des Kriegsbeginns

Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Gerade um den Kriegsbeginn ranken sich viele Mythen, Ideologien und Obsessionen. Über „Mythen des Kriegsbeginns: Begeisterung, nationale Einheit, Verteidigung des Vaterlandes“ spricht der Historiker Prof. Dr. Wolfgang Kruse, Lehrgebiet für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte des Historischen Instituts der FernUniversität in Hagen am Mittwoch, 1. Oktober, in den Lüdenscheider Gesprächen am 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid. Sein Vortrag behandelt zentrale Vorstellungen über Politik, Gesellschaft und Kultur zu Beginn des Ersten Weltkriegs und stellt diese zur Diskussion. Alle Interessierten sind willkommen, der Eintritt ist frei.

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Die Veranstaltungsreihe „Lüdenscheider Gespräche“ findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs der FernUniversität statt.

Gerade um den Beginn des Ersten Weltkriegs ranken sich viele Mythen, Ideologien und Obsessionen. Immer wieder war und ist die Rede von der allumfassenden Kriegsbegeisterung, die die Menschen ergriffen habe, von Millionen kriegsfreiwilligen Soldaten, vom „Augusterlebnis" der nationalen Einheit, vom „Burgfrieden" aller Parteien angesichts der Notwendigkeiten eines dem deutschen Volk aufgezwungenen Verteidigungskrieges oder vom Zusammenhalt der nationalen Volksgemeinschaft, die im „Geist von 1914" eine zukunftsstiftende Form gewonnen habe. Bereits zeitgenössisch waren diese Vorstellungen von großer Bedeutung für die öffentliche Wahrnehmung und Interpretation des Krieges, und sie haben auch die weitere Entwicklung des Geschichtsbildes in Wissenschaft und Öffentlichkeit tiefgehend geprägt. Der Vortrag behandelt zentrale Vorstellungen über Politik, Gesellschaft und Kultur des Kriegsbeginns und stellt diese zur Diskussion.

Gerd Dapprich | 12.09.2014