Rubriken

Aktuelles - September 2014

Studieren mit Behinderung

Was macht eigentlich…? – Heute: Claudia Imhoff, Hochschulbeauftragte für betroffene Studierende

Illustration
Behinderte und chronisch kranke Studierende können sich von Studienberaterin Claudia Imhoff beraten lassen.

Einen Erfahrungsbericht zum Studium mit chronischer Erkrankung lesen Sie hier. Dr. Katharina Hammerer (62) erzählt, wie sie Studium und Promotion gemeistert hat.

Studieren mit einer Behinderung oder chronischen Erkrankung – auch das ist an der FernUniversität in Hagen möglich: Etwa drei Prozent der 78.000 Studierenden an der Hagener Hochschule sind laut Schätzungen betroffen. Um ihnen das Studium zu erleichtern, bietet die FernUniversität eine Reihe individueller Hilfen an.

Seit dem 1. Juli dieses Jahres ist Studienberaterin Claudia Imhoff Hochschulbeauftragte für behinderte und chronisch kranke Studierende. Rund 20 Anfragen von Studieninteressierten und Studierenden laufen bei ihr pro Woche auf. Die Tendenz ist steigend. „Einerseits nimmt die Zahl der psychischen Erkrankungen zu“, erklärt Claudia Imhoff. „Andererseits sind die Betroffenen unheimlich froh, dass es eine neutrale Anlaufstelle gibt, wo sie sich informieren können.“

Vermittlerin zwischen Studierenden und Fakultäten

Die 43-jährige Studienberaterin hat selbst an der FernUniversität studiert. Sie versteht sich als Vermittlerin zwischen Studierenden sowie den Fakultäten und Prüfungsämtern. So vielfältig wie die Schicksale sind, sind auch die angebotenen Hilfen. Da ist zum Beispiel der Rollstuhlfahrer, der bei einer Veranstaltung auf dem Campus in Hagen begleitet werden möchte. Oder die Studierende, die aufgrund ihrer MS-Erkrankung eine längere Bearbeitungszeit bei den schriftlichen Prüfungen benötigt. Und der psychisch Kranke, der aus gesundheitlichen Gründen Klausuren unter Aufsicht zu Hause in der eigenen Wohnung schreibt.

Claudia Imhoff macht deutlich: „Es sind Einzelfallentscheidungen, um der jeweiligen Beeinträchtigung entsprechend eine individuelle Lösung anbieten zu können.“ Wichtig ist eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit den Prüfungsämtern sowie die Vorlage eines Schwerbehindertenausweises oder eines ärztlichen Attests. „Die FernUni braucht in solchen Fällen etwas zeitlichen Spielraum, um Prüfungsbedingungen zu gewährleisten, die allen Studierenden gerechte Chancen bieten“, sagt die Studienberaterin.

Das Fernstudiensystem eignet sich in besonderem Maß für ein Studium mit Behinderung oder chronischer Erkrankung. Neben besonderen Prüfungsbedingungen und der Unterstützung bei Präsenzaufenthalten bietet die FernUni ihren behinderten und chronisch kranken Studierenden finanzielle Unterstützung und Inklusionsstipendien an. Darüber hinaus sind der Campus sowie viele Regional- und Studienzentren behindertengerecht ausgestattet und barrierefrei zugänglich. Über den Online-Katalog der Hochschulbibliothek wird zudem ein komfortabler Zugang zu wissenschaftlicher Literatur angeboten.

Leitfaden zum Nachteilsausgleich

Nach der Einarbeitung in ihre neue Aufgabe, die sie vorerst stundenweise innerhalb der Studienberatung wahrnimmt, will Claudia Imhoff nun gezielt Projekte anstoßen. Derzeit wird zusammen mit den Prüfungsämtern ein Leitfaden zum Nachteilsausgleich erarbeitet. Auch die Internetpräsenz zum Thema „Studieren mit Behinderung“ sowie die Zusammenarbeit mit dem AStA-Referat für chronisch kranke und behinderte Studierende sollen ausgebaut werden. Zukünftig möchte die Hochschulbeauftragte zudem gemeinsam mit den Lehrenden Fragen der Inklusion aufgreifen.

Carolin Annemüller | 16.09.2014
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, 58084 Hagen, Telefon: +49 2331 987-01, E-Mail: fernuni@fernuni-hagen.de