Gastprofessor aus Japan an der FernUniversität

Über Makroökonomik haben sie sich vor 25 Jahren kennengelernt. Seitdem forschen sie gemeinsam zu volkswirtschaftlichen Fragen der Geldpolitik: Prof. Helmut Wagner und Prof. Kazumi Asako.


Wirtschaftswissenschaftler arbeiten an einem Ländervergleich

Ein Mann aus Japan steht am Rednerpult: Über Makroökonomik haben sie sich vor 25 Jahren kennengelernt. Seitdem forschen sie gemeinsam zu volkswirtschaftlichen Fragen der Geldpolitik: Prof. Helmut Wagner und Prof. Kazumi Asako.
Prof. Kazumi Asako, Makroökonom aus Japan, stellte an der FernUni sein neues statistisches Modell zur Analyse von Gleichgewichtsbeziehungen zwischen Aktienmärkten vor.

Das wissenschaftliche Interesse an der Makrökonomik verbindet sie: Prof. Dr. Helmut Wagner, Leiter des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre, insbes. Makroökonomik an der FernUniversität in Hagen und Prof. Kazumi Asako (PhD, Yale) vom Institute of Economic Research an der Hitotsubashi University in Tokio. Vor 25 Jahren trafen sie sich zum ersten Mal am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Beide waren als Gastprofessoren für ein Jahr in den USA. Seitdem diskutieren sie gemeinsam Fragen der Geld- und Finanzpolitik, auf Kongressen oder bei gegenseitigen Forschungsaufenthalten. Zurzeit hält sich Prof. Asako an der FernUniversität auf.

„Er könnte überall sein“, stellt Prof. Wagner seinen Gast vor. „Prof. Asako zählt zu den renommiertesten Wissenschaftlern Japans.“ Der Makroökonom wählte die FernUniversität als die Hauptstation innerhalb seines Forschungsaufenthaltes in Europa. Bevor Asako nach Hagen kam, besuchte er Universitäten in Frankreich und Italien: „Ich wollte auch die kulturellen Unterschiede in Europa kennenlernen.“

Lernen Regierungen aus Fehlern?

Gemeinsam arbeiten die beiden Wissenschaftler nun daran, die politischen Ansätze zur Regulierung der Finanzmärkte in Deutschland und Japan zu vergleichen. „Wir haben in den beiden Ländern in der Vergangenheit ähnlich tiefgreifende Finanzkrisen erlebt, ab 1990 in Japan und ab 2007 in Deutschland“, sagt Asako. „Die Frage ist nun“, ergänzt Wagner, „wie die Regierungen darauf mit ihrer Geld- und Finanzpolitik reagiert haben. Haben sie aus den früheren Fehlern in Japan gelernt?“ Ihre Ergebnisse werden die beiden Professoren in einem Fachaufsatz publizieren.

Für den japanischen Wissenschaftler ist es bereits der zweite Besuch an der FernUni. Erstmals hielt er sich 1999 in Hagen auf. Kazumi Asako hat während seines derzeitigen Aufenthaltes im Rahmen des Hagener Forschungsdialogs einen Vortrag gehalten: „Langfristige Dynamiken zwischen Aktienmärkten“. Zudem fährt er gemeinsam mit Helmut Wagner zu einer Konferenz nach Hamburg und unternimmt private Ausflüge in die Region. Zurück in Japan wird sich Prof. Asako am Institute of Economic Research der Hitotsubashi University weiter seinen Forschungsthemen widmen und im Graduiertenkolleg lehren.

Anja Wetter | 11.09.2014