Eine Brücke insbesondere für Erstsemester

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft investiert jährlich 920.000 Euro in ihre mentorielle Betreuung. Das Konzept geht auf und wirkt sich mehrfach positiv aus.


Mentorielle Betreuung in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft zahlt sich aus

Illustration
Mentoren-Workshop in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft: Zweimal im Jahr laden Helga Gösling (6.v.l.) und Günter Wagner (6.v.r.) dazu ein.

Das Wintersemester hat an der FernUniversität in Hagen gerade begonnen. Für hunderte Studierende in den Studiengängen der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft starten derzeit die Mentoriate in den Regional- und Studienzentren. Ein freiwilliges Angebot, von dem jedes Semester hunderte Wirtschafts-Studierende an der FernUni profitieren. Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft investiert jährlich 920.000 Euro in ihre mentorielle Betreuung und hält aufgrund ihrer positiven Erfahrungen auch in Zukunft am Konzept der Präsenzmentoriate fest. Denn eine Teilnahme an den Mentoriaten wirkt sich mehrfach positiv aus: auf das Durchhaltervermögen, die Anmeldung zu den Prüfungen, die erzielten Noten und die Motivation für den weiteren Studienverlauf.

„Die Mentoriate sind insbesondere für Erstsemester eine wichtige Starthilfe zum Studium“, sagt Professorin Dr. Ulrike Baumöl, Mentorenbeauftragte der WiWi-Fakultät. „Sie motivieren und helfen, in das Fernstudiensystem hineinzufinden.“

Angeboten wird die Starthilfe flächendeckend für alle A-Pflichtmodule in den Regionalzentren sowie in weiteren Studienzentren. Wichtiger Baustein ist auch der Brückenkurs Mathematik für Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler zur Vorbereitung auf die Mathe- und Statistikmodule.

Gelegenheit zum Austausch

Rund 160 Mentoren bauen derzeit Brücken zwischen Lehrstühlen und Studierenden. Sie alle haben einen akademischen Abschluss - in der Regel ein Prädikatsexamen - und viel Praxiserfahrung.„Unsere Mentoren bieten ausgiebig Gelegenheit zum Austausch. Das motiviert unsere Studierenden“, sagt Helga Gösling, Mentoren-Koordinatorin der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.

In Gruppen mit durchschnittlich 20 bis 30 Studierenden werden bei den regelmäßigen Treffen abends oder am Wochenende zum Beispiel Studienbriefe gemeinsam bearbeitetet, Tests und Übungen korrigiert oder Klausuren besprochen.

Das Konzept hat sich vor allem für die Bachelor-Studiengänge bewährt. In den Eingangsmodulen ist der Zulauf stark. Im weiteren Studienverlauf gewinnt dann die virtuelle Betreuung über die Lernplattform Moodle oder Adobe Connect an Bedeutung. Nach wie vor wird an ausgewählten Standorten aber auch eine persönliche Betreuung von Wahlpflicht- und Mastermodulen angeboten.

Denn für Prof. Ulrike Baumöl und Helga Gösling zählt vor allem eines: die sinnvolle Mischung aus persönlicher und virtueller Betreuung. „Das Konzept der Fernlehre funktioniert in der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft nur in Verbindung mit einer Betreuung vor Ort“, betont Baumöl. „Durch die persönliche Ansprache sind unsere Studierenden motivierter. Allein das Wissen, an einem Mentoriat teilnehmen zu können, wirkt sich positiv aus.“

Mentoren-Koordinatorin Helga Gösling hat einen Mentoren-Workshop konzipiert, den sie zweimal im Jahr jeweils zum Semesterstart gemeinsam mit dem erfahrenen Mentor Günter Wagner anbietet. Ziel ist es, neue Mentorinnen und Mentoren in ihre Aufgaben einzuführen. Zu diesem Austausch sind aber auch, wenn noch Plätze frei sind, erfahrene Mentorinnen und Mentoren willkommen. Sie bereichern die Diskussionen mit ihren langjährigen Erfahrungen.

Persönliche Betreuung auch in den Master-Studiengängen

Mit einer persönlichen Betreuung in den Master-Studiengängen wird darüber hinaus auch die steigende Zahl der Studierenden angesprochen, die sich nach einem Bachelor-Abschluss an einer Präsenzuniversität für einen Master-Studiengang an der FernUniversität einschreibt. „Die Fernlehre erfordert andere Lern- und Arbeitstechniken, für die ein Gefühl entwickelt werden muss“, weiß Ulrike Baumöl.

Weiter verbessert werden soll darüber hinaus – etwa über den virtuellen Meetingraum der Software Adobe Connect - die Teilhabe von Studierenden, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht persönlich an den Mentoriaten teilnehmen können – sei es, weil sie durch eine Behinderung oder chronische Erkrankung eingeschränkt sind, die Anfahrt zum Regionalzentrum zu weit ist oder sie keine Betreuung für ihre Kinder haben.

Damit die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft ihre studentische Betreuung beständig weiterentwickeln kann, lässt sie die Mentoriate regelmäßig von den Studierenden bewerten. Helga Gösling steht darüber hinaus im engen Austausch mit Lehrstühlen, Beschäftigten der Regional- und Studienzentren sowie den Mentorinnen und Mentoren.

Carolin Annemüller | 17.10.2014