Intensiver wissenschaftlicher Austausch

Katja Leistenschneider hat sich im Rahmen des deutsch-argentinischen Austauschprogramms für Doktorandinnen und Doktoranden in der Philosophie (PROALAR) für drei Monate in dem lateinamerikanischen Land aufgehalten.


PROALAR, FILORED und Co.: Informationen über Programme und Kooperationen mit Lateinamerika

Gruppenbild mit Katka Leistenschneider
Pflegen den deutsch-lateinamerikanischen Austausch: (v.li.) Daniel Wenz, Dr. Oscar Cubo, Katja Leistenschneider (jeweils FernUniversität), Prof. Héctor Ferreiro (UCA) und Prof. Thomas Sören Hoffmann (FernUniversität).

Katja Leistenschneider ist immer noch voller Eindrücke aus Argentinien: „Buenos Aires ist zwar wegen des Lärms und Verkehrs eine sehr anstrengende Stadt, aber sie ist auch sehr lebendig. Das reißt einen schon mit.“ Die Augsburgerin hat sich im Rahmen des deutsch-argentinischen Austauschprogramms für Doktorandinnen und Doktoranden in der Philosophie (PROALAR) für drei Monate in dem lateinamerikanischen Land aufgehalten. Sie promoviert im Lehrgebiet von Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann vom Institut für Philosophie der FernUniversität in Hagen. „Ich arbeite zu Hegels Dialektik, also zur Philosophie des Deutschen Idealismus‘. In Buenos Aires habe ich dazu mehrere Vorträge gehalten und ein Seminar zu Hegel am Goethe-Institut gegeben. Es ist beeindruckend, welchen großen Stellenwert insbesondere die deutschen Philosophen in Lateinamerika haben“, berichtet Katja Leistenschneider.

Virtuelle Forschungsplattform

Die FernUni-Promovendin gehört zum zweiten Durchlauf des wissenschaftlichen Austauschprogramms, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert wird. „Für junge Menschen ist es wichtig, die internationalen Dimensionen ihrer Forschungsprojekte kennenzulernen“, erläutert Thomas Sören Hoffmann die Ziele des Programms, das die FernUniversität kontinuierlich mit ausbaut. Dazu gehört auch eine virtuelle Forschungsplattform im Rahmen des deutsch-lateinamerikanischen Forschungsnetzwerks FILORED, die demnächst freigeschaltet wird. FILORED soll die Vernetzung und den Austausch von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern auch über die bilaterale Kooperation mit Argentinien hinaus unterstützen: beispielsweise durch Diskussionsforen oder Livestreamings von Veranstaltungen an den jeweiligen Partneruniversitäten.

Um die Koordination unter anderem dieser Plattform kümmert sich Dr. Oscar Cubo als Projektmitarbeiter, dessen Beschäftigung die interne Forschungsförderung an der FernUniversität ermöglicht. Darüber hinaus koordiniert Cubo auch die sonstigen Projekt-Aktivitäten von FILORED. Die Initiative dazu ging gemeinsam vom Institut für Philosophie der FernUniversität und der Päpstlich Katholischen Universität (UCA) in Buenos Aires aus. „FILORED fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs dadurch, dass es Promovendinnen und Promovenden die Möglichkeit zur Doppelpromotion in zwei Ländern eröffnet“, sagt Prof. Dr. Héctor Ferreiro von der UCA. Der erste Promovend aus FILORED wird Daniel Wenz von der FernUniversität sein, der von März bis Mai 2014 ebenfalls DAAD-gefördert, in Buenos Aires war.

Wissenschaftliche Gastfreundschaft

Als Austauschpromovend aus Argentinien wiederum ist Germán Castiglioni bis Dezember an der Hagener Hochschule. Auch Castiglioni forscht zu Georg Friedrich Wilhelm Hegel, insbesondere zu Hegels Begriffslogik. Neben dem wissenschaftlichen Kontakten freut er sich auf die interkulturellen Begegnungen. „Es ist mein erster Aufenthalt in Deutschland. Die Mitarbeiter von Prof. Hoffmann sind sehr hilfsbereit. Ich wohne zurzeit sogar bei einem von ihnen“, freut sich Castiglioni über die wissenschaftliche Gastfreundschaft.

Sein Doktorvater in Buenos Aires ist Prof. Ferreiro, der gemeinsam mit Castiglioni nach Deutschland gereist ist und im Forum Philosophicum einen Vortrag im Rahmen des Hagener Forschungsdialoges gehalten hat: „Der Streit um die hundert Taler. Begriff und Sein bei Kant und Hegel.“ Der argentinische Wissenschaftler machte darin die Gründe für die Kritik Hegels an der Kant‘schen Philosophie deutlich.

Anja Wetter | 30.10.2014