Zuhause an der FernUniversität

Louise Hoffmann macht mit 26 ihren Bachelor-Abschluss in Kulturwissenschaften an der FernUniversität. An der Hagener Hochschule hat sie sich intensiv ehrenamtlich engagiert.


Ein Studentinnenleben zwischen Stuttgart und Hagen

Portrait einer jungen Frau: Louise Hoffmann hat an der FernUni ihren Bachelor-Abschluss in Kulturwissenschaften gemacht.
Louise Hoffmann hat an der FernUni ihren Bachelor-Abschluss in Kulturwissenschaften gemacht.

Louise Hoffmann hat zwei Lebensmittelpunkte: Stuttgart und Hagen. In Stuttgart wohnt sie, in Hagen studiert sie. Präziser: Hat sie studiert. „Die FernUni ist mein zweites Zuhause gewesen“, resümiert Hoffmann. Ein wenig Wehmut klingt durch, der Abschied von der Hagener Hochschule ist noch frisch. Ganz vollzogen ist er ohnehin noch nicht, denn die 26-Jährige sitzt zurzeit an ihrer Bachelor-Arbeit für Kulturwissenschaften. Danach wechselt sie an eine Präsenzuni – in Stuttgart. „Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber ich möchte gern einen Master nur in Geschichte machen. Das geht leider an der FernUni nicht.“

Geschichte ist das wichtige wissenschaftliche Thema für Louise Hoffmann. Schon während ihres Bachelor-Studiums hat sie sich auf die Landesgeschichte Stuttgarts spezialisiert. Es wird ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt bleiben. „Ich finde Archivbesuche sehr spannend. Da findet man tolle Quellen.“ Nachdem sie für eine Hausarbeit an der FernUni in einem Stuttgarter Archiv für Schriftkultur recherchiert hat, engagiert sie sich dort ehrenamtlich. Damit hat sich ein potenzielles Berufsfeld nach dem Master-Abschluss eröffnet.

Erststudium als Fernstudium

Wenn sie nicht noch promoviert. „Meine Kommilitonen in Kulturwissenschaften haben mir das jedenfalls prophezeit. Aber das weiß ich noch nicht“, lacht sie. Bei ihren Mitstudierenden war sie „das Küken von der FernUni“. Louise Hoffmann war 22, als sie sich in Hagen eingeschrieben hat. Direkt nach dem Abitur. Das hat sie in Italien gemacht, wo sie 14 Jahre mit ihren Eltern gelebt hat und wo sie zweisprachig aufgewachsen ist. Dennoch musste sie einen Sprachtest ablegen. Die Prüfung verzögerte den Studienstart – und die Einschreibung war damals nur noch an der FernUniversität in Hagen möglich. Eine glückliche Fügung.

Sie studierte Vollzeit, überholte prüfungstechnisch bald ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen in der Lerngruppe, die sie bis vor kurzem im Regionalzentrum Stuttgart hatte und für die sogar Studierende aus dem Ruhrgebiet oder vom Bodensee anreisen. „Weil ich schneller war, habe ich die anderen eher betreut, anstatt mitzulernen.“ Dafür profitierte sie von der Lebenserfahrung der überwiegend älteren Mitstudierenden. Durch ihren Einsatz in ihrer „internationalen“ Lerngruppe war Hoffmann bei Veranstaltungen zum Studienstart im Regionalzentrum anwesend, um Fragen von Studienanfängerinnen und –anfängern zu beantworten. Außerdem hinterlässt sie etwas Bleibendes in Stuttgart: Die 26-Jährige hat beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart erreicht, dass FernUni-Studierende eine vergünstigte Monatskarte für U-Bahn und Bus bekommen.

Mobile Learning

Ohnehin hatte sie sich schnell an ihrer Uni eingelebt und sich bis zuletzt engagiert: als Referentin für die Belange chronisch kranker und behinderter Studierender sowie Inklusion im AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss). Durch dieses Engagement kam sie ein bis zwei Mal monatlich nach Hagen. „In der Bildungsherberge hatte ich schon einen eigenen Schrank. Da war ich richtig heimisch.“ Auf dem Campus auch, regelmäßig schaute sie persönlich bei ihren Dozentinnen und Dozenten vorbei. „Außerdem habe ich im Zug meine besten Hausarbeiten geschrieben. Da habe ich strukturiert wie nie gearbeitet, ich hatte nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung“, erzählt sie. Ihre Bachelor-Arbeit am Historischen Institut hat sie so komplett in Hagen mit ihrer Betreuerin Dr. Eva Ochs besprochen.

Louise Hoffmann wird weiterhin als Botschafterin der FernUniversität unterwegs sein: „Das Studium, die Organisation an der FernUni, die Unterstützung durch das Studierendensekretariat – das lief klasse.“ Durch ihre Zeit als AStA-Referentin hat sie eine große Portion Selbstbewusstsein gewonnen. „Das ist mir bei der Einschreibung an der neuen Uni schon zugutegekommen…“

Anja Wetter | 06.10.2014