Vom Wir zum Ich oder von Wuz zu WUlb

Thomas Körner hat die Realität beider deutscher Teilstaaten vor der Wende erfahren. Er beschreibt den Zustand einer eingemauerten Utopie und den Alltag eines ausgebliebenen Paradieses.


Fragmentroman „Das Land aller Übel“ im Lüdenscheider Gespräch am 10. Dezember

Im Lüdenscheider Gespräch referiert der Schriftsteller Thomas Körner am Mittwoch, 10. Dezember, über „Das Land aller Übel. Vom Wir zum Ich oder von Wuz zu WUlb. Einmal ein anderer sein – und sei`s nur ein Leben lang“. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid. Der Eintritt ist frei, interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen.

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Thomas Körner hat als Schriftsteller die Realität beider deutscher Teilstaaten vor der Wende erfahren. Sein Fragmentroman „Das Land aller Übel“ beschreibt den Zustand einer eingemauerten Utopie und den Alltag eines ausgebliebenen Paradieses. Das Gesprächsthema zieht eine große Linie von den Klassikern der deutschen Literatur (Jean Pauls „Schulmeisterlein Wuz“) zu den Bedingungen und Motiven des eigenen Schreibens unter der Diktatur und danach (WULB = Walter Ulbricht).

Die Veranstaltung ist öffentlich, am Thema interessierte Bürgerinnen und Bürger sind willkommen. Moderator ist Prof. Dr. Ulrich Schödlbauer.

Thomas Körner, Schriftsteller: Thomas Körner wuchs in Dresden auf und studierte ab 1961 in Berlin (Ost) Medizin und Jura; ab 1963 schrieb er experimentelle Gedichte, Bühnenwerke (darunter ein Libretto für Paul Dessau) und Prosa. 1980 gelang ihm die Flucht in die BRD. Wichtige Dialogpartner wurden in der Folgezeit der Regisseur Peter Zadek, mit dem Körner 1985 bis 1988 am Deutschen Schauspielhaus Hamburg als Dramaturg zusammenarbeitete, und die Komponistin Adriana Hölszky, mit der er gemeinsame Musiktheaterwerke schuf. Thomas Körner lebt heute als Autor, Librettist, Übersetzer und Dramaturg in Baden.

Die „Lüdenscheider Gespräche“ des Instituts für Geschichte und Biografie der FernUniversität finden unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs statt.

Gerd Dapprich | 14.11.2014