Kluge Köpfe bleiben in der Region

Individuell und flexibel: Das Unternehmen Ernsting’s family unterstützt Beschäftigte beim Studium an der FernUniversität. Die Hochschule hilft mit Beratung in allen Phasen.


Kooperation zwischen FernUniversität und Ernsting’s family

Ein junger Mann und eine junge Frau stehen vor einem Grünbeet: Maximilian Franke und Sarah Gelsterkamp studieren an der FernUni parallel zur ihrer Ausbildung.
Maximilian Franke und Sarah Gelsterkamp studieren an der FernUni parallel zur ihrer Ausbildung.

Sarah Gelsterkamp und Maximilian Franke haben ihren Weg gefunden. Beide sind in der kaufmännischen Ausbildung im Groß- und Außenhandel, beide studieren parallel dazu an der FernUniversität in Hagen Wirtschaftswissenschaft im Bachelor-Studiengang. „Ich habe mich für den Ausbildungsberuf wegen des Unternehmens entschieden. Dann habe ich von der Möglichkeit erfahren, nebenher ein Studium zu machen. Das passte gut“, findet Sarah Gelsterkamp.

Die 21-Jährige arbeitet in Coesfeld bei Ernsting’s family, auch ihre Uni ist hier über das Regionalzentrum Coesfeld vertreten. Inzwischen ist Gelsterkamp im dritten Ausbildungsjahr und im fünften Studiensemester. „Berufsschule geht immer vor, ansonsten setze ich mir im Studium selbst Ziele, bis wann ich was schaffen möchte.“ Die angehende Groß- und Außenhandelskauffrau ist sich sicher, dass das Studium ihr beruflich viele Möglichkeiten eröffnen wird.

Auch Maximilian Franke, der bereits im ersten Ausbildungsjahr mit dem Studium gestartet ist, verfolgt sein Ziel hochmotiviert. Kurz nach dem Abitur profitiert er noch von seinem aktuellen Wissen aus dem Leistungskurs Mathe für das Statistik-Modul, außerdem kann er sich noch gut in den Lernmodus einfinden. „Allerdings muss man schon Selbstdisziplin mitbringen. Aber ich weiß, wofür ich es mache“, sagt Franke, der bereits im Vorstellungsgespräch von der Möglichkeit erfahren hatte, parallel an der FernUni studieren zu können. „Das hat mich überzeugt.“

Freiheit und Individualität

„Wir sehen die Kooperation mit der FernUniversität als ein Instrument zur Mitarbeiterbindung“, sagt Linda Krandiek von der Personalentwicklung der Ernsting’s family GmbH und Co. KG. „Die Zusammenarbeit mit der FernUni bietet mehr Flexibilität als ein Duales Studium, bei dem die Auszubildenden sehr stark eingebunden sind.“ Über das FernUni-Studiensystem haben die Studierenden mehr Freiheiten, können ihr Studientempo individuell bestimmen und sich ihre Zeit einteilen. Von Seiten des Unternehmens erfahren sie ausschließlich Akzeptanz und Unterstützung: Ernsting’s family übernimmt die Kosten für das Studium und gewährt den Beschäftigten für Klausurtage Sonderurlaub. „Wir merken immer wieder, dass studierende Azubis besonders leistungsstark sind. Wir schätzen auch die Kompetenzen sehr, die sie sich über das Fachliche hinaus aneignen. Ein sinnvolles Zeitmanagement ist das A und O.“ Die Coesfelder Textilkette hat erkannt: Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wertvolles Kapital für Unternehmen.

Eine Frau steht vor einer Gruppe junger Menschen, die in einem Seminaraum an Tischen sitzen: Barbara Thesing vom Regionalzentrum Coesfeld informiert Auszubildende über Studienmöglichkeiten an der FernUni.
Barbara Thesing vom Regionalzentrum Coesfeld informiert Auszubildende über Studienmöglichkeiten an der FernUni.

Jährliche Infoveranstaltung

Die FernUniversität begleitet die Kooperation vor Ort: Einmal im Jahr – im Oktober – bietet die Leiterin des Regionalzentrums Coesfeld, Barbara Thesing, bei Ernsting’s eine Infoveranstaltung für Beschäftigte an. „Die Auszubildenden müssen erstmal ein Gefühl dafür entwickeln, ob sie noch ein Studium neben dem Beruf schaffen können“, sagt Thesing nach zehn Jahren Erfahrung mit dem Modell. Interessierten Auszubildenden erklärt Thesing das Profil der FernUniversität, spricht über Studiengänge und den jeweiligen Studienablauf. Außerdem wirbt sie dafür, die Studienberatung im Regionalzentrum wahrzunehmen und die Räume für Treffen mit Lerngruppen zu nutzen: „Die unterstützen Sie dabei, sich aufs Studium zu konzentrieren.“ Was Barbara Thesing stets betont: „Man kann niemanden zum Fernstudium überreden. Das müssen Interessierte ganz allein entscheiden. Denn sie investieren das Wertvollste, was sie neben ihrer Ausbildung haben: ihre Zeit.“

Doch Janin Swigoniak ist nun fest entschlossen: „Ich bin jetzt im zweiten Ausbildungsjahr zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Nach dem Abi habe ich den Einstieg ins Berufsleben geschafft, die Berufsschule läuft und ich merke, dass ich noch Kapazitäten habe.“ Sie wird sich zum Sommersemester für Bildungswissenschaft an der FernUniversität einschreiben. Später möchte sie einen beruflichen Schwerpunkt auf den Bereich Personal legen, begründet Swigoniak die Wahl des Studienfachs. Bei Fragen stehen ihr künftig nicht nur die Arbeitskolleginnen und -kollegen wie Sarah Gelsterkamp und Maximilian Franke als Ansprechpersonen zur Verfügung, sondern auch und vor allem das Team im Regionalzentrum Coesfeld. „Bei uns werden regelmäßig Mentoriate angeboten, vor allem in den ersten Semestern. Da bekommen Studierende Unterstützung, wenn sie wollen“, stellt Barbara Thesing heraus.

Anja Wetter | 20.11.2014