Die Vermessung der Forschungsinsel

Statistik von ihrer unterhaltsamen Seite zeigen: Das wollten Dr. Sebastian Vogt und Günter Hohlfeld im zweiten FernUni-cMOOC. Die letzte Folge ist gelaufen. Zeit für ein Fazit.


Zweiter cMOOC der FernUniversität abgeschlossen

Acht Personen stehen um einen Tisch.
Vor und hinter der Kamera – das cMOOC-Team im FernUni-Videostudio (von links): Matthias Heine-Bohnes (Ton), Markus Deimann, Jutta Clauder-Hoemberg (Maske), Sebastian Vogt und Günter Hohlfeld (Projektleitung), Alexander Reinshagen und Sascha Senicer (Video) sowie Detlev Mohr (Regisseur). Nicht im Bild: Cornelia Eube (soziale Medien) und Maik Bachmann (virtuelles Setdesign).

Die Wanderschuhe sind wieder im Schrank. Acht Wochen war Dr. Sebastian Vogt, Lehrstuhlvertretung Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen, unterwegs. Ihn begleitete Günter Hohlfeld, Lehrbeauftragter der Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW). Sie waren „Zurück auf der Insel der Forschung“, so der Titel des zweiten FernUni-cMOOC.

Nun zogen Vogt und Hohlfeld Fazit: „Wir freuen uns, dass uns so viele Studierende auf unserer Bildungsreise begleitet haben.“

Auf das Wesentliche zurückführen

Was ist ein cMOOC? Die Abkürzung steht für Massive Open Online Course. Frei übersetzt etwa: Ein internetweit frei zugänglicher Kurs. Das „c“ steht für konnektivistisch – denn Lehrende wie Lernende können den Kurs interaktiv gestalten.

Nach der positiven Resonanz des ersten cMOOC (#ExIF13) zum wissenschaftlichen Arbeiten war klar: „Wir müssen zurück, zurück zur Insel der Forschung“, sagt Sebastian Vogt. Der erste cMOOC entstand in Kooperation mit dem Lehrgebiet Mediendidaktik (Prof. Dr. Theo Bastiaens und Dr. Markus Deimann).

Für den zweiten Online-Kurs kehrten Vogt und Hohlfeld unter der bewährten Regie von Detlev Mohr zurück auf die Insel der Forschung. Technisch ermöglichte die Reise wieder die Abteilung „Audio, Video und Streaming“ des FernUni-Zentrums für Medien und IT (ZMI).

Bildungsfernsehen reloaded

„Wir knüpfen auch beim ExIF14 an die Idee vom ‚Bildungsfernsehen reloaded‘ an. Die hat Markus Deimann gemeinsam mit mir entwickelt“, sagt Sebastian Vogt. Im Mittelpunkt stehe, die Möglichkeiten audio-visueller und sozialer Medien im Fernstudium zu kombinieren.

„ExIF14 soll Freude an der Statistik wecken oder wiederwecken“, erklärt Vogt. Vor allem im quantitativen empirischen Bildungsforschungsprozess. Dies erreichten die Lehrenden durch ihre offene und humorvolle Art. Mit den Teilnehmenden tauschten sie sich auf Augenhöhe aus.

Und durch die neue virtuelle Technologie des Videostudios wurden abstrakte Gegenstände greifbar. Etwa Berge, die sich in Grafiken verwandeln und bimodale Verteilungen visualisieren.

Von ExIF13 zu ExIF14

Um die Interaktion mit und unter den Teilnehmenden hoch zu halten, setzten die ExIF13-Macher im vergangenen Jahr das soziale Medium „Twitter“ für Diskussionen ein. Die einzelnen Folgen veröffentlichten sie auf der Videoplattform YouTube.

Für ExIF14 änderte sich einiges: „Durch die komplexere Produktion haben wir keine Live-Sendung“, sagt Sebastian Vogt.

Der Vorteil: Videos wurden hochauflösend und als freie Bildungsressource auf der Videoplattform „Vimeo“ veröffentlicht.

Intensive Diskussionen in der ExIF14-Gemeinschaft gab es natürlich trotzdem, etwa per Twitter (#ExIF14). Aber auch als Kommentare in einem Blog. Die Kombination von Aufzeichnung und Moderation machte vor allem die Wochenzusammenfassung im Blog und auf Moodle möglich. „Wir mussten ja nicht mehr parallel diskutieren und vor der Kamera agieren“, erklärt Günter Hohlfeld.

Format wird weiter ausgebaut

Gibt es einen #ExIF15? „Ja“, sagt Sebastian Vogt. „Wir möchten unsere cMOOC-Erfahrungen und dieses Format an der FernUniversität nachhaltig verstetigen. Wir haben dafür ideale Produktionsbedingungen und ein hochmotiviertes Team hier in Hagen.“

Es werde wieder um ein Thema der empirischen Bildungsforschung gehen, verrät Vogt. Themenwünsche und Anregungen nehmen die Verantwortlichen via Twitter (#ExIF14) entgegen.

Für die nächste Reise zur Insel der Forschung stehen nicht nur Sebastian Vogts Wanderschuhe schon bereit.

Matthias Fejes | 03.12.2014