20 Urkunden überreicht

Im Studienjahr 2013/14 haben 104 Studierende den Bachelor of Laws und 46 Studierende den Master of Laws erfolgreich abgeschlossen.


Absolventinnen und Absolventen der Rechtswissenschaftlichen Fakultät in Hagen geehrt

Während leicht-beschwingter Jazz den gut gefüllten großen Veranstaltungsraum des Seminartraktes der FernUniversität in Hagen füllte, warf Prof. Dr. Karl August Prinz von Sachsen Gessaphe noch einen kurzen Blick auf den Ablaufplan. Wenige Minuten später eröffnete der Dekan die diesjährige Absolventenfeier 2014 seiner Rechtswissenschaftlichen Fakultät: Im Studienjahr 2013/14 haben 104 Studierende den Bachelor of Laws und 46 Studierende den Master of Laws der Rechtswissenschaftlichen Fakultät erfolgreich abgeschlossen. Hinzu kommen Graduierte im Weiterbildungsstudium „Mediation“. 16 Bachelor- und Master-Absolventinnen und -Absolventen sind extra für diesen Abend mit Familie, Freundinnen und Freunden nach Hagen gereist. Unter ihnen acht Bachelor of Laws, zwei Master of Laws sowie sechs Master of Mediation.

21 Männer und Frauen stehen vor einem Fenster.
Erfolgreiche Studierende der Rechtswissenschaftlichen Fakultät erhielten kurz vor Weihnachten in Hagen ihre Urkunden von Dekan Prof. Karl August Prinz von Sachsen Gessaphe (Mitte).

Zu ihnen gehören auch Nicolas Schmidt-Menschner (Master of Laws), Marc-Andrej Hermann und Jörg Wagner (jeweils Master of Mediation): Sie schrieben die besten Abschluss-Arbeiten mit der Note „1,0“. Ihnen und allen anwesenden Absolventinnen und Absolventen gratulierte der Dekan in seiner Eröffnungsrede und gab einen kurzen Einblick in Fakultätsentwicklungen: „Die Rechtswissenschaftliche Fakultät ist gut aufgestellt“, sagte Prof. von Sachsen Gessaphe. „Zum Beispiel haben wir erst kürzlich für die vakante Strafrechts-Professur den Kollegen Stephan Stübinger gewinnen können. Darüber freuen wir uns sehr.“ Auch das Projekt eines neuen Studienganges, der den Weg zur ersten juristischen Prüfung ermöglichen soll, sei auf einem guten Weg.

Ebenfalls gratulierten Bernd Weber und Stefan Guddas von der Fachschaft Rechtswissenschaft den Absolventinnen und Absolventen. Die Fachschaft unterstützt traditionell die Absolventenfeier der Fakultät und den anschließenden Empfang.

Verurteilung nach über 70 Jahren

Den Festvortrag dieses Abends hielt Dr. Gerd Nohl. Er war Vorsitzender Richter am Landgericht Aachen und FernUni-Mentor im Studienzentrum Eschweiler. „Für unsere Fakultät ist Dr. Gerd Nohl ein großer Gewinn. Mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung bereichert er das Studium für unsere Studierenden.“ Das hob Dekan von Sachsen Gessaphe bei der Vorstellung Nohls hervor.

Gerhard Nohl war unter anderem Vorsitzender Richter im sogenannten Prozess um die „Silbertannen-Morde“ am Landgericht Aachen, einem der letzten NS-Prozesse in Deutschland. Er endete nach eineinhalb Jahren im Oktober 2010 mit einem Schuldspruch. Im Prozess-Verlauf verurteilte das Gericht den damals 88-jährigen früheren SS-Mann Heinrich Boere zu lebenslanger Haft. Nohl schilderte die besonderen Schwierigkeiten bei diesem Fall, denn eigentlich gab es bereits einen Schuldspruch gegen den Angeklagten. Für ihn sei die Verurteilung ein „Erfolg für die Rechtsprechung“. Vor allem auch weil sie zeige, dass selbst über 70 Jahre nach der Tat noch eine geordnete strafrechtliche Verfolgung möglich sei. Mord verjährt nicht.

Junger Mann steht an einem Rednerpult. Im Hintergrund das FernUni-Logo.
Für seine Dissertationsschrift erhielt Dr. Zekai Dağaşan den Promotionspreis der Juristischen Gesellschaft Hagen.

Mit Promotionspreis ausgezeichnet

Neben den Bachelor- und Master-Absolventinnen und -Absolventen bekamen auch vier Doktorinnen beziehungsweise Doktoren an diesem Abend ihre Abschluss-Urkunden. Einer von ihnen ist Dr. Zekai Dağaşan. Für seine Dissertation bekam der Essener den mit 500 Euro dotierten Promotionspreis der Juristischen Gesellschaft Hagen e.V. Den Preis überreichte Prof. Dr. Dr. Thomas Vormbaum, Emeritus des Lehrstuhls Strafrecht, Strafprozessrecht und Juristische Zeitgeschichte der FernUniversität und Geschäftsführer der Juristischen Gesellschaft.

Für sein Promotionsprojekt hatte sich Dağaşan ein sehr aktuelles Thema gesucht, er forschte zur Entwicklung strafrechtlicher Vorschriften zum Ansehensschutz des Staates in der Türkei und in Deutschland. Der Titel des zweiten Festvortrags an diesem Abend lautete daher „Das Ansehen des Staates im türkischen und deutschen Strafrecht“. Eine wichtige Feststellung seiner Forschung: „Tendenziell findet in der Türkei eine zunehmende Meinungstabuisierung statt. Abweichende Meinungen werden auch strafrechtlich verfolgt.“

Dağaşan sprach sich zudem für die ersatzlose Streichung der deutschen Vergleichsvorschriften (§§ 90a, 90b StGB) aus, welche die Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole beziehbunsgweise die verfassungsfeindliche Verunglimpfung von Verfassungsorganen unter Strafe stellt. Juristen sprechen von „pönalisieren“. Diese Vorschriften hält er aus kriminalpolitischen und verfassungsrechtlichen Gründen für unzulässig.

Gespräche in lockerer Runde

Nach rund zwei Stunden war der offizielle Teil der rechtswissenschaftlichen Absolventenfeier 2014 vorbei. Die Teilnehmenden sammelten sich vor dem Seminarraum. Beim Buffet unterhielten sie sich, erneuerten Bekanntschaften und sprachen mit ihren ehemaligen Dozentinnen und Dozenten. Und während die Jazzband ihr letztes Lied anstimmte, standen schon die ersten Koffer vor dem Ausgang des FernUni-Seminartraktes.

Matthias Fejes | 23.12.2014