Briefe eines Massenmörders

Katrin Himmler stellt ihren Großonkel Heinrich Himmler und dessen Ehefrau Marga im Lüdenscheider Gespräch am Freitag, 6. Februar, vor. Interessierte sind herzlich eingeladen.


Die Harmlosigkeit der Briefe von Heinrich und Marga Himmler ist nur scheinbar

„Himmler privat – Briefe eines Massenmörders“: Unter diesem Titel stellt Katrin Himmler ihren Großonkel Heinrich Himmler und dessen Ehefrau Marga im Lüdenscheider Gespräch am Freitag, 6. Februar, vor. Die interessierte Öffentlichkeit ist zu dem Vortrag ab 18 Uhr ins Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Straße 9, 58511 Lüdenscheid, eingeladen.

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Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus („das Judenpack“) wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig „mit dem Chef“ Hitler auf Reisen, rät seinem „Liebchen“ aus der Ferne, den „Holunder als Mus einzumachen“; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus „Treffpunkt aller Nationalsozialisten“ sei.

Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die „Endlösung der Judenfrage“ organisiert, schickt er seiner „kleinen Frau“, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist („der unbeschreibliche Dreck“) „liebe Gedanken zum Muttertag“, brüstet sich mit der vielen „Arbeit“ und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei.

Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.

Katrin Himmler, geboren 1967 in Dinslaken, ist Politikwissenschaftlerin und lebt als Autorin in Berlin. 2005 veröffentlichte sie „Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte“.

Veranstalter der Lüdenscheider Gespräche ist das Institut für Geschichte und Biografie der FernUniversität in Hagen, sie finden unter dem Dach ihres Hagener Forschungsdialogs statt.

Gerd Dapprich | 08.01.2015