Mit dem Kuscheltier in den MiniCampus

Voraussichtlich im Mai soll der MiniCampus der FernUniversität eröffnen. Julia Schröder bringt das Projekt für die Caritas Hagen an den Start.


Julia Schröder von der Caritas über die Kindernotfallbetreuung an der FernUniversität

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Der MiniCampus nimmt Gestalt an. Auf die Eröffnung freuen sich Katharina Wießner und Jürgen Deitelhoff aus der Organisations- und Personalentwicklung gemeinsam mit Julia Schröder von der Caritas Hagen (v.l.).

Interessierte können sich per E-Mail über die Eröffnung des MiniCampus informieren lassen. Das Formular zur Registrierung ist online.

In wenigen Monaten ist es soweit. Voraussichtlich im Mai soll im Nebentrakt des Verwaltungsgebäudes U47 der MiniCampus der FernUniversität in Hagen eröffnen. Dort können Studierende und Beschäftigte ihre Kinder in Notfallsituationen beaufsichtigen lassen. Die Betreuung übernimmt der Caritasverband Hagen e.V. Julia Schröder, Fachbereichsleiterin für den Bereich Kinder und Jugendhilfe, bringt das Projekt für die Caritas Hagen an den Start.

Frage: Frau Schröder, wie stellen Sie sich einen gelungenen Tag im MiniCampus vor?

Schröder: Die Kinder sollen sich auf den Tag im MiniCampus freuen. Sie werden dort viel Spaß haben und einen abwechslungsreichen Tag verbringen. Spielen, gestalten, sich verkleiden, draußen sein, aber auch mal zur Ruhe kommen – wir wollen ganz unterschiedliche Sachen machen. Entscheidend ist dabei, was die Kinder gut finden. Denn sie gestalten das Programm im MiniCampus aktiv mit. Möglich ist es auch, dass Eltern mittags in ihrer Pause mit ihren Kindern in der Mensa essen und die Mädchen und Jungen danach wieder kommen. Wenn die Kinder nach einem abwechslungsreichen Tag nach Hause fahren und sagen: „Das war super“ – dann haben wir unser Ziel erreicht.

Frage: Der Caritasverband Hagen e.V. hat vielfältige Erfahrungen und Angebote in der Kinderbetreuung. Wie fügt sich der MiniCampus da ein?

Schröder: Wir sind in den unterschiedlichsten Bereichen der Betreuung für Kinder von 0 bis 16 Jahren unterwegs, etwa in der Kindertagespflege, in Kindergärten oder im Offenen Ganztag von Schulen. Auch mit Unternehmen sind wir im Gespräch und beraten diese rund um den Aufbau und das Angebot von Kinderbetreuung. Das Projekt MiniCampus aber ist in dieser Form einzigartig, weil die FernUniversität so einzigartig und besonders ist. Das Konzept für den MiniCampus ist daher maßgeschneidert und genau auf die Struktur der FernUni abgestimmt.

Frage: Dazu gehört auch, dass die Kinder der Beschäftigten und Studierenden nur in Notfällen in den MiniCampus kommen und dieser für sie meist eine neue und damit fremde Umgebung ist.

Schröder: Die Zeit im MiniCampus ist für die Kinder Freizeit und sollte sich im besten Fall wie ein kleiner Urlaub anfühlen. Es ist ein Angebot, das den Kindern gefallen und Spaß machen soll. Die Kinder in der fremden Umgebung abholen, eine Wohlfühl-Atmosphäre schaffen und ein Gefühl dafür entwickeln, was ihnen gefällt: Genau das finden unsere Erzieherinnen und Erzieher besonders spannend an diesem Projekt. Für unser Team wählen wir Menschen aus, die kreativ sind und sich offen auf die besondere Situation im MiniCampus einlassen.

Frage: Eine besondere Herausforderung wird die Altersspanne sein. Im MiniCampus werden Kinder im Alter von acht Wochen bis 13 Jahren betreut. Wie wird man den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht?

Schröder: Hier kommt die Erfahrung unseres Personals ins Spiel, das viele Ideen für die unterschiedlichen Altersklassen parat hat. Maximal neun Kinder werden im MiniCampus betreut. Als erste Kraft setzen wir immer eine ausgebildete Erzieherin ein. Ab dem fünften Kind kommt eine weitere pädagogisch erfahrene Fachkraft hinzu. Für unser Team, aber auch für die Kinder ist es eine tolle Erfahrung, sich in dieser breiten Altersspanne zu bewegen. Einige Angebote muss man auch mal trennen. Die Kleineren brauchen mehr Ruhe, die Größeren sind schon selbstständiger. Natürlich schauen wir genau hin, ob der Betreuungsschlüssel passt und reagieren entsprechend. Vier Einjährige benötigen eine andere Betreuung als vier Schulkinder.

Frage: Wie können Eltern ihren Kindern im MiniCampus den Start erleichtern?

Schröder: Keiner muss ins kalte Wasser springen. Eltern und Kinder können im Vorfeld gerne zum Schnuppern kommen. Hilfreich ist es, wenn Kinder etwas mitbringen, das ihnen Sicherheit und Vertrauen gibt. Das kann ein Kuscheltier, die Lieblingspuppe oder das Lieblingsauto sein. Wir legen im Vorfeld Wert auf einen guten Austausch zwischen Eltern und Erziehern. Was spielt das Kind am liebsten? Womit lässt es sich ablenken? Erfahrungsgemäß kommen die meisten Eltern mit einem mulmigen Gefühl. Das müssen sie nicht. Uns ist es wichtig zu zeigen: „Wir machen es hier gut, Ihr Kind wird im MiniCampus viel Freude haben.“ Und wenn alle Stricke reißen, sind Mama oder Papa nicht weit weg. Dann rufen wir an. Das gibt Eltern und Kindern Sicherheit.

Carolin Annemüller | 04.02.2015