Fernstudien-Knowhow holen

Fit sein für einen eigenen Philosophie-Fernstudienbereich in St. Petersburg. Das dafür nötige Knowhow holt sich Bundeskanzlerstipendiatin Dr. Irina Puchkóva an der FernUni.


Dr. Irina Puchkóva aus St. Petersburg informiert sich über Hagener Fernstudiensystem

Zwei Männer und eine Frau in der Mitte lächeln in die Kamera.
Bundeskanzler-Stipendiatin Dr. Irina Puchkóva freut sich darauf, das Hagener Fernstudiensystem kennenzulernen. Sie begrüßten KSW-Dekan Prof. Armin Schäfer (rechts) sowie ihr Gastgeber und FernUni-Prof. Thomas Bedorf.

Ein bisschen fremd fühlt sie sich noch, wenn sie aus ihrem Büro im Informatikzentrum der FernUniversität in Hagen hinunter auf den Campus schaut. Seit Oktober 2014 ist die Philosophin Dr. Irina Puchkóva in Hagen. Von St. Petersburg aus reiste sie über 2.000 Kilomete. Und das nur aus einem Grund: „Ich möchte das deutsche Fernstudiensystem kennenlernen.“

An ihrer Heimat-Institution, der Russian Christian Academy for the Humanities in St. Petersburg, möchte Puchkóva nach ihrer Rückkehr einen Fernstudienbereich für die Philosophie aufbauen. Für dieses Projekt und für ihre besonderen fachlichen Leistungen erhielt Puchkóva ein Bundeskanzler-Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Beziehungen zur Bundesrepublik stärken

Mit dem Bundeskanzler-Stipendium werden künftige Führungskräfte aus den USA, Russland, China, Brasilien und Indien gefördert. Für ein Jahr sollen sie in renommierten Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen interkulturelle Erfahrungen sammeln, ihre eigenen Projekte vorantreiben und die Beziehungen zur Bundesrepublik stärken.

Und interkulturelle Erfahrungen machte Puchkóva schon in den ersten Tagen reichlich. Zum Beispiel beim Kaffeetrinken: Denn während Kaffee in Russland nur morgens getrunken wird, trinken ihn die Deutschen „den ganzen Tag über“, bemerkt Puchkóva lachend bei einem Informationstreffen mit Prof. Dr. Armin Schäfer, Dekan der Hagener Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften, sowie Prof. Dr. Thomas Bedorf vom Lehrgebiet Philosophie III. Prof. Bedorf ist der Gastgeber und Ansprechpartner für die Humboldt-Stipendiatin vor Ort.

Umfassende Einführung

„In Russland hat das Fernstudium eine lange Tradition. Allerding sind unsere Methoden inzwischen veraltet“, fasst Puchkóva zusammen. Durch ihre Erfahrungen in Hagen soll sich das für ihren Fachbereich Philosophie in St. Petersburg ändern.

In den kommenden Wochen und Monaten wird sie dafür das ganze Spektrum des Hagener Fernstudiensystems kennenlernen – unmittelbar und authentisch. Das heißt: „Sowohl aus Sicht der Beschäftigten wie auch aus Sicht der Studierenden“, sagt Gastgeber Thomas Bedorf. Dafür wird Puchkóva in verschiedenen FernUni-Bereichen wie dem Service-Center, der Studierendenverwaltung, dem KSW-Prüfungsamt oder dem Logistikzentrum (LGZ) hospitieren. Zudem ist sie seit diesem Wintersemester als Studentin im Bachelorstudiengang Kulturwissenschaft eingeschrieben.

Dynamisches akademisches Leben

Auf die kommenden Monate freue sie sich, sagt sie. Auch, weil sie noch eine weitere Erfahrung an der FernUni gemacht hat: „Ich hätte nicht gedacht, dass es an einer Fernuniversität so ein dynamisches akademisches Leben mit vielen Veranstaltungen gibt“, staunt Irina Puchkóva. Dann geht sie zurück an den Schreibtisch – Studienbriefe lesen und sich auf ihre Hospitation im LGZ vorbereiten.

Matthias Fejes | 03.02.2015