Das Bild von der Vergangenheit in Russland

Irina Scherbakowa spricht am 11. März über „Zerrissene Erinnerung. Der Umgang mit Stalinismus und Zweitem Weltkrieg im heutigen Russland“.


Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin in „Lüdenscheider Gesprächen“

Welches Bild von der Vergangenheit macht sich die heutige russische Jugend? Wie steht es um den Kult des „glorreichen Sieges“ im „Großen Vaterländischen Krieg der Sowjetunion“? Die Carl-von-Ossietzky-Preisträgerin Irina Scherbakowa spricht am Mittwoch, 11. März, in den „Lüdenscheider Gesprächen“ ab 18 Uhr über das Thema „Zerrissene Erinnerung. Der Umgang mit Stalinismus und Zweitem Weltkrieg im heutigen Russland“. Die Veranstaltung im Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid, ist öffentlich und findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs statt.

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In Russland gilt derzeit jeder kritische Blick auf die Vergangenheit schnell als Nestbeschmutzung. Wie ist es zu erklären, dass in den letzten Jahren sogar Stalin als vermeintlich „effektiver Manager“ wieder salonfähig geworden ist? Was bedeutet dies für das Gedenken an den Massenterror der 1930er Jahre, an die Schrecken des Gulag und an die Opfer zweier Diktaturen, an das Schicksal der ehemaligen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen?

Die Germanistin Irina Scherbakowa beschäftigte sich seit Ende der 1970er Jahre mit dem Schicksal von Opfern des Stalinismus. Seit 1999 leitet sie das Projekt „Allrussischer historischer Schülerwettbewerb“ der Menschenrechtsorganisation „Memorial“, die 2004 mit dem alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) ausgezeichnet wurde. Für ihr Engagement empfing Irina Scherbakowa viele Auszeichnungen, zuletzt 2014 den Carl-von-Ossietzky-Preis.

Gerd Dapprich | 18.02.2015