Forschungstrends zur Unterstützung betriebswirtschaftlicher Entscheidungen im Fokus

Die Wissenschaftliche Kommission Operations Research tagte Anfang Februar an der FernUniversität. 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten über Forschungsergebnisse und Trends.


BWL-Tagung: Große Resonanz von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

Ein Mann steht vor einem Bild aus einer Folienpräsentation: Prof. Andreas Kleine führte in die Tagung und seinen eigenen Vortrag ein.
FernUni-Prof. Andreas Kleine führte in die Tagung und seinen eigenen Vortrag ein.

„Entscheidungsunterstützung mit Methoden des Operations Research“: Zwei Tage lang präsentierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Betriebswirtschaft aktuelle Forschungsergebnisse und bewerteten wissenschaftliche und wissenschaftspolitische Trends, die sich abzeichnen. Prof. Dr. Andreas Kleine, Inhaber des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insb. Quantitative Methoden und Wirtschaftsmathematik an der FernUniversität, leitete die Tagung als Vorsitzender der Wissenschaftlichen Kommission Operations Research (WK OR) im Verband der Hochschullehrer für Betriebswirtschaft (VHB). „Wir möchten Forschung an unserer Universität sichtbar machen“, sagte Kleine zur Einführung – und entsprach damit dem Motto des Hagener Forschungsdialogs, in dessen Rahmen die Tagung lief.

An der Tagung waren ebenfalls die Arbeitsgruppen „Entscheidungstheorie und -praxis“ sowie „Fuzzy Systeme, Neuronale Netze und künstliche Intelligenz“ der Gesellschaft für Operations Research beteiligt. Das Programm beinhaltete unter anderem eine Besichtigung des Logistikzentrums der FernUniversität, um mit den insgesamt 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern die logistischen Herausforderungen beim Versand von Studienbriefen zu diskutieren.

In seinem eigenen Beitrag thematisierte Andreas Kleine Fragestellungen zur Vergabe von Seminararbeiten nach multikriteriellen Zuordnungen. „Wir stehen vor dem Problem, dass einem begrenzten Angebot an Seminarplätzen eine hohe Nachfrage gegenüber steht. In der Vergangenheit blieben dennoch Plätze unbesetzt, da sich die Nachfrage heterogen verteilt“, skizzierte Kleine. „Deshalb hat die Fakultät eine optimierte Zuteilung von Seminarplätzen eingeführt, bei der mehrere Ziele simultan verfolgt werden – über die Präferenz für bestimmte Lehrstühle hinaus.“ Den zweiten wissenschaftliche Beitrag der FernUniversität hielt Prof. Dr. Wilhelm Rödder: „Entropie-basierte Strukturanalysen in Sozialen Netzwerken“. Der Wirtschaftswissenschaftler lehrte von 1991 bis 2010 an der FernUniversität.

An mehreren Tischreihen sitzen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung Operations Reseerch an der FernUniversität.
Unter den Teilnehmenden saß auch Emeritus Prof. Günter Fandel (1. Reihe, 2.v.li.).

Die Spannbreite der Themen reichte insgesamt von Fragestellungen zum operativen Management von Zügen in Bahnanlagen unter knappen Zeitrestriktionen über entropie-basierte Strukturanalyse in sozialen Netzwerken bis hin zur optimierten Beschaffung von Flugkontingenten mit Rabattsystemen, Unsicherheit und Dynamik. „Im Rahmen der Tagung wurden intensive Diskussionen geführt, in denen sich gerade auch der wissenschaftliche Nachwuchs mit führenden Vertretern des Faches Operations Research austauschen konnte. Zudem hatten die Teilnehmenden der FernUniversität die Gelegenheit, das Netzwerk im Bereich des Operations Research weiter zu intensivieren“, zog Kleine eine Bilanz der Tagung.

Anja Wetter | 17.02.2015