Inspiriert von der Begegnung mit Albie Sachs

Bei der Berlinale hat Politik-Studentin Isabelle Kreuer das Projekt des südafrikanischen Departments of Trade and Industry betreut. An diese Erfahrung möchte sie anknüpfen.


Politik-Studentin Isabelle Kreuer lernt Spanisch in Madrid und ist bei der Berlinale mittendrin

Isabelle Kreuer mit Albie Sachs
Inspirierende Begegnung auf der Berlinale: Isabelle Kreuer (rechts) mit Albie Sachs und ihrer Freundin Heleen Liebenberg.

„Mein Studium an der FernUniversität ermöglicht es mir, zusätzlich Spanisch in Madrid zu lernen.“ Isabelle Kreuer ist für die Klausurvorbereitung aus Spanien nach Deutschland gekommen. Zu Hause bei ihren Eltern in Swisttal bereitet sie sich derzeit intensiv auf ihre beiden Prüfungen in der Verwaltungswissenschaft und der Soziologie vor. Etwa acht Stunden täglich beschäftigt sie sich mit ihren Büchern und Skripten, die sie auf ihrem Notebook gespeichert hat – egal, wo sie gerade ist.

Die 23-Jährige studiert an der FernUniversität in Hagen im Bachelor-Studiengang Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft und Soziologie und schätzt insbesondere die Flexibilität des Fernstudiums. Seit 2013 lebt sie in einer Wohngemeinschaft in Madrid und lernt Spanisch.

Über eine befreundete südafrikanische Politikstudentin erhielt sie jetzt die Möglichkeit, für das Department of Trade and Industry von Südafrika bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin tätig zu sein. Das Department unterstützt die Vorstellung der südafrikanischen Filmindustrie bei der Berlinale. „Meine Zusage war nur möglich, weil ich durch mein Fernstudium entsprechend flexibel bin“, sagt Isabelle Kreuer, die zuvor schon ein Jahr Politikwissenschaft an der Uni Trier studiert hat.

Bestätigt in der Wahl des Studienfachs

In der deutschen Hauptstadt war die Politik-Studentin fasziniert von einer ganz besonderen Begegnung in der südafrikanischen Botschaft: Dort stellte Albie Sachs, Anti-Apartheid-Aktivist und Weggefährte Nelson Mandelas, seine Dokumentation „Soft Vengeance: Albie Sachs and the New South Africa“ vor. Darin beschreibt er seinen Kampf für die Gleichberechtigung in Südafrika.

„Es war beeindruckend, diese außergewöhnliche Persönlichkeit kennenzulernen. Er war einer der obersten Richter und hat an der Verfassung Südafrikas mitgearbeitet. Diese Begegnung und sein Einsatz für Gleichberechtigung haben mich in der Wahl meines Studienfachs bestätigt“, sagt Isabelle Kreuer. „Trotz Isolationshaft und Jahren des Londoner Exils ist er ein durch und durch lebensfroher Mensch geblieben.“ Daran hat auch ein Bombenattentat durch die südafrikanische Sicherheitspolizei nichts geändert, obwohl Albie Sachs danach ein Arm amputiert werden musste und er auf einem Auge erblindet ist.

„Vielleicht ergibt sich Gelegenheit, nochmals für das Department of Trade and Industry tätig zu werden, vielleicht sogar in Südafrika selbst“, hofft Isabelle Kreuer. Zunächst steht jedoch die Fortsetzung ihres Spanisch-Kurses und ihres Studiums im Vordergrund. Denn ihren Bachelor-Abschluss will sie in zwei Jahren erreicht haben. „Allein fühle ich mich im Studium nicht. Über das Internet bin ich mit anderen Studierenden gut vernetzt“, sagt sie. „Das Konzept der FernUniversität hat mich überzeugt. So kann ich beides gleichzeitig machen: mein Studium verfolgen sowie im Ausland leben und dort Erfahrungen sammeln.“

Carolin Annemüller | 05.03.2015