Kreativität und Innovation im Beruf

Die FernUniversität in Hagen vergibt erneut Stipendien für Habilitandinnen. Wir begleiten Psychologin Dr. Petra Gelléri auf ihrem Weg zur Habilitation.


Auf dem Weg zur Habilitation: Psychologin Dr. Petra Gelléri

Portrait von Petra Gelléri auf dem Campus der FernUni
Dr. Petra Gelléri schätzt das Umfeld an der FernUni und empfiehlt die Habilitandinnen-Förderung weiter.

Dr. Petra Gelléri sucht für ihr Habilitationsprojekt Unternehmensgründerinnen und –gründer (Einzelpersonen) sowie Gründungsteams in unterschiedlichen Phasen der Unternehmensgründung. Darüber hinaus richtet sich ihr Aufruf ausdrücklich auch an Personen, die ihr Gründungsprojekt aufgeben mussten. Interessierte sollten Lust haben, an einer Studie zur Innovation und Kreativität im Bereich der Unternehmensgründung teilzunehmen und können von den Ergebnissen möglicherweise in ihrer beruflichen Praxis profitieren. Kontakt: Dr. Petra Gelléri, petra.gelleri@fernuni-hagen.de, Telefon: 02331/9872745.

Mit den Stipendien für Habilitandinnen knüpft die FernUniversität in Hagen an die Maßnahme aus dem Gleichstellungskonzept 2010 bis 2013 an. Eine halbe Stelle, die in einem Lehrgebiet oder Institut für eine Habilitandin vorgesehen ist, wird seitens der FernUni für drei Jahre auf eine ganze Stelle aufgestockt. Nach einer Zwischenevaluation ist eine Verlängerung um drei weitere Jahre möglich.

Eine Professur in der Psychologie ist ihr Traum. „Das ist der Beruf, der mich mit Abstand am glücklichsten machen würde. Mich fasziniert die damit verbundene Freiheit, sich mit Wissen zu beschäftigen und dieses weiterzugeben“, sagt Petra Gelléri (35). In den nächsten drei Jahren will die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Arbeits- und Organisationspsychologie von Professor Dr. Bernd Marcus vorerst die neu gewonnene Freiheit auskosten, die ihr die Habilitandinnen-Förderung der FernUniversität bietet.

„Das Stipendium ist eine super Sache“, sagt die Diplom-Psychologin. „Ich empfehle Interessierten ausdrücklich, sich zu bewerben.“ Eine halbe Stelle hat sie nun zur Verfügung für ihr Habilitationsprojekt. Dieses konzentriert sich auf Persönlichkeit, Fähigkeiten und Fertigkeiten im Beruf und legt einen besonderen Fokus auf Kreativität und Innovation. In der anderen Hälfte ihrer Arbeitszeit betreut Petra Gelléri unter anderem Studierende im Projektmodul des Masterstudiengangs Psychologie. „Ich brauche die Herausforderung, in unterschiedlichen Dingen parallel zu arbeiten“, sagt die Wahl-Dortmunderin.

Umfeld an der FernUni fördert Kreativität

Trotz ihres straffen Zeitplans für ihre Habilitation – eingeplant sind drei Jahre – nimmt sich Petra Gelléri bewusst die Freiheit, nach links und rechts zu schauen. Entsprechend inspirierend empfindet sie ihr Umfeld an der FernUniversität: „Innerhalb unseres Arbeitsbereichs hat jeder andere Forschungsschwerpunkte. Aus der Forschung weiß man, dass eine solche Vielfalt kreativitätsfördernd sein kann.“

Ihr eigener Schwerpunkt ist die Kreativitätsforschung, in der bereits ihre Dissertation angesiedelt war. „Ziel meiner Habilitation ist es, Kreativität und Innovativität für die Forschung besser messbar zu machen“, erklärt Petra Gelléri. „Zum anderen geht es darum, kreatives und innovatives Verhalten im Berufsleben besser zu verstehen und am Beispiel von Unternehmensgründerinnen und -gründern zu erkennen.“

Einbringen will sie ihr Projekt auch auf psychologischen Kongressen: Auf der Fachgruppentagung Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie etwa, die im September in Mainz stattfindet, möchte sie einen Workshop für Interessierte aus Wissenschaft und Praxis zur Messung von Kreativität anbieten.

Positiv beeindruckt von berufstätigen Studierenden

Mit der Entwicklung eines Tests zur Erfassung von kreativem und innovativem Verhalten im Beruf beschäftigte sich im vergangenen Wintersemester auch das Projektmodul im Masterstudiengang Psychologie. „Wir haben intensiv über Moodle und Adobe Connect diskutiert“, sagt Petra Gelléri, die mit ihren Studierenden ein eignungsdiagnostisches Verfahren entwickelt und validiert hat.

Dabei schätzt sie insbesondere die Berufserfahrung der FernUni-Studierenden. Nach ihrem Studium in Münster, Berufserfahrung in der freien Wirtschaft und ihrer Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hohenheim sammelte Petra Gelléri bereits an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster Erfahrung mit berufstätigen Studierenden. Ihr positiver Eindruck hat sich an der FernUni bestätigt. „Hier studieren überaus interessante Persönlichkeiten, die vielfältige Erfahrungen einbringen“, sagt Gelléri. „In der Arbeits- und Organisationspsychologie ist es spannender zu unterrichten, wenn die Studierenden selbst arbeiten. Schließlich nährt sich unser Fach daraus, Dinge herauszufinden, die Menschen praktischen Nutzen im Erwerbsleben bieten.“

Carolin Annemüller | 19.03.2015