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Aktuelles - März 2015

Konzentration auf die wissenschaftliche Arbeit

Stipendien ermöglichen drei Promovendinnen Fokussierung auf ihre Themen

Der Startschuss für das Promotionskolleg des Instituts für Soziologie ist gefallen. Eigentlich ist es jedoch ein Promovendinnen-Kolleg, denn Sarah Bauer, Franziska Krüger und Sarah Eckardt waren für das Auswahlgremium – vier Soziologie-Professorinnen und -Professoren der FernUniversität in Hagen – die besten Bewerberinnen. Das Besondere: Drei Stipendien ermöglichen es ihnen, sich voll und ganz auf ihr Promotionsvorhaben im Fach Soziologie zu konzentrieren, ohne ständige Anwesenheit in der FernUniversität. Denn zwei haben selbst Kinder, zwei leben weit entfernt von Hagen.

Die Stipendien wurden für zunächst zwei Jahre vergeben. Nach einer erfolgreichen Evaluation der Arbeit ist eine weitere Vergabe für ein Jahr möglich. Gefördert werden die Stipendien durch die EHG Service GmbH in Coesfeld, die Muttergesellschaft der Ernsting’s family GmbH & Co KG. Auch die Gesellschaft der Freunde der FernUniversität e.V. engagiert sich finanziell.

Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke, Leiterin der ebenfalls von der EHG Service GmbH gestifteten Ernsting's family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften, freut sich über die Zusammenarbeit mit den Nachwuchswissenschaftlerinnen. Deren Arbeiten befassen sich mit Themen der soziologischen Familienforschung – diese ist auch Forschungsschwerpunkt der Sprecherin des Kollegs. Konkret drehen die Arbeiten sich um Fragen, der die Geschlechter- und Familienordnungen in Ost- und Westdeutschland nach der Wende betreffen, um lebensbiografische Entwicklungen der „Generation Y“ und um die Entscheidungsfindung von Paaren hinsichtlich bestimmter Geburtstechniken.

Der Vorteil des Kollegs für die Promovendinnen ist einerseits, dass sie sich gegenseitig bei ihrer Arbeit unterstützen können – durch den Erfahrungsaustausch über Konzeptionen, Strukturierungen und Inhalte der Arbeiten. Betreut werden sie von den Professorinnen und Professoren des Instituts für Soziologie, sowohl netzgestützt als auch persönlich. In Hagen und Coesfeld können sie an Institutskolloquium, Forschungswerkstatt oder Workshops teilnehmen. Damit werden sie in die Arbeit des Instituts integriert und erfahren: „Ihr gehört zu uns!“, erläutert Dorett Funcke. Das wirkt dem grundsätzlichen Nachteil externer Promotionen – einer gewissen Abkopplung vom Institutsleben – entgegen.

Dafür müssen die Promovendinnen aus Mainz, Essen und Dresden natürlich nach Hagen kommen. Hier und in Coesfeld werden sie regelmäßig über den Stand ihrer Forschungen berichten und wissenschaftliche Erkenntnisse transferieren. Denn obgleich es im Promotionskolleg um gegenwartsbezogene Grundlagenforschung geht, ist auch der Transfer von Forschungsergebnissen wichtig – ein zentrales EHG-Interesse bei der Stiftung der Stipendien. Das Kolleg ist daher darauf ausgerichtet, sozialen Dienstleistern, Unternehmen, Verbänden, zivilgesellschaftlichen Organisationen und breiter Öffentlichkeit Informationen und Anregungen zu vermitteln. Deshalb sollen die Stipendiatinnen ihre Ergebnisse auch in der BürgerUniversität Coesfeld und im Hagener Forschungsdialog der FernUniversität vorstellen.

Gerd Dapprich | 05.03.2015
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