„Nirgendwo im Haus meines Vaters“

Die Schauspielerin Veronika Nickl liest aus dem Roman der algerischen Autorin Assia Djebar „Nirgendwo im Haus meines Vaters“ am 24. März von 19-21 Uhr an der FernUniversität.


Lesung der Universitätsbibliothek und Gleichstellungsstelle

Die frankophone algerische Autorin, Filmemacherin und Historikerin Assia Djebar (1936–2015) schildert in ihrem 2007 erschienenen autobiografischen Roman „Nirgendwo im Haus meines Vaters“ eine Begebenheit, die sich der Ich-Erzählerin „wie eine Wunde eingebrannt hat“. Die Schauspielerin Veronika Nickl liest diese und weitere Auszüge am Dienstag, 24. März, von 19 bis 21 Uhr in der Ellipse im TGZ an der FernUniversität in Hagen.

Die Szene ereignet sich in einem algerischen Dorf zu Beginn der vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die fünfjährige Fatima versucht, Fahrrad zu fahren und empfindet dabei zugleich Freiheit und ein wenig Angst. Plötzlich hört sie, wie ihr Vater mit metallischer Stimme ein Verbot ausspricht: „Ich möchte nicht, dass meine Tochter aufs Fahrrad steigt und ihre Beine zeigt!“

Fatimas Vater – er ist Französisch-Lehrer an der Schule ihres Heimatortes – erzieht seine Tochter einerseits nach islamischen Vorstellungen. Andererseits eröffnet er ihr Möglichkeiten, die sich nur für eine verschwindend geringe Zahl algerischer Mädchen bieten: ein französischsprachiges Internat, Sport und kleine Ausflüge außerhalb der Obhut der Familie. Sie darf sogar studieren. Doch Fatima ist gefangen zwischen den modernen und traditionellen Faktoren, die ihr Leben beeinflussen.

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

„Nirgendwo im Haus meines Vaters" ist das letzte Buch eines Zyklus autobiografisch bestimmter Werke, durch die Assia Djebar zur bedeutendsten Gegenwartsautorin aus dem Maghreb wurde. Ihr feministisch bestimmtes Schreiben und ihre Filme fanden vielfältige internationale Anerkennung. Im Jahre 2000 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2005 wurde sie in die Académie française aufgenommen. Auf Grund der politischen Entwicklung in Algerien lebte und arbeitete Assia Djebar seit den 1980er Jahren in Frankreich und in den Vereinigten Staaten.

Die Lesung wird organisiert von der Bibliothek und Gleichstellungsstelle der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hagen.

Anja Wetter | 12.03.2015