Dem Denken eine andere Richtung geben

Ausgebucht: Erneut waren die Plätze beim Girls' und Boys' Day an der FernUniversität in Hagen begehrt. Die Jugendlichen lernten unterschiedlichste Bereiche kennen.


Beim Girls‘ und Boys‘ Day schauen 80 Mädchen und Jungen über den Tellerrand

Zwei Schülerinnen feilen in der Mechanischen Werkstatt an ihren Schlüsselanhängern
Girls' Day in der Mechatronischen Werkstatt: Hannah (vorne) und Lara feilen an ihren Schlüsselanhängern.

Es wird gesägt, gefeilt und gelötet: Die Mechatronische Werkstatt der FernUniversität in Hagen war beim Girls‘ und Boys‘ Day am letzten Donnerstag im April wieder fest in Mädchenhand. „Ich finde es toll, dass wir hier ganz praktisch arbeiten können“, sagte etwa Hannah Beckers von der Realschule Halden. Die Neuntklässlerin fertigte zunächst einen Schlüsselanhänger aus Messingblech an und lötete anschließend ein blinkendes Herz zusammen.

Auch in vielen anderen Bereichen bekamen insgesamt 80 Mädchen und Jungen Einblicke in Frauen- und Männerberufe. „Warum sollen Jungen nicht in der Bibliothek arbeiten und Mädchen sich nicht mit Informatik beschäftigen?“, fragte Gleichstellungsbeauftrage Melanie Graf bei der gemeinsamen Auftaktrunde. „Beim Girls‘ und Boys‘ Day geht es darum, dem Denken eine andere Richtung zu geben.“ Bei diesen bundesweiten Aktionstagen entdecken Mädchen Berufe in Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften. Der Boys‘ Day – hier war die FernUni zum vierten Mal vertreten – will im Gegenzug speziell für Jungen neue Perspektiven in der Berufsplanung eröffnen.

Mathematische Weltreise und Analyse von Bewegungsdaten

Groß war das Angebot in der Fakultät Mathematik und Informatik, an dem insgesamt 30 Mädchen ab 13 Jahren teilnahmen. Professor Delio Mugnolo, Leiter des Lehrgebiets Analysis, nahm die Schülerinnen in Kleingruppen mit auf eine mathematische Weltreise und erzählte interessante Geschichten aus der Mathematik im Alltag. Bewegungsdaten wurden im Lehrgebiet Datenbanksysteme für neue Anwendungen von Professor Ralf Hartmut Güting analysiert. Wie Computer und Roboter die Welt sehen, erfuhren die Mädchen im Lehrgebiet Mensch-Computer-Interaktion von Professorin Gabriele Peters. Währenddessen gingen die Jungen in der Bibliothek auf eine Entdeckungsreise rund ums Buch. Neu dabei war in diesem Jahr erstmals die Druckerei im Logistikzentrum. Dort gestalteten die Teilnehmerinnen persönliche Visitenkarten und erhielten Einblicke in die Berufe Mediengestalterin Digital und Print bzw. Medientechnologie Druck.

Informationen zu den Ausbildungsberufen an der FernUniversität

Beim Mittagessen gab es ausgiebig Gelegenheit, die Mensa zu testen und sich über die neuen Erfahrungen auszutauschen. Neben spannenden Einblicken in einzelne Bereiche der FernUniversität nahmen die Schülerinnen und Schüler viele Informationen zum Studium und insbesondere zu den Ausbildungsberufen an der FernUniversität mit nach Hause. Ob Fachkraft für Lagerlogistik, Fachinformatikerin/Fachinformatiker, Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement oder Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste – Azubis der FernUni berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen.

Carolin Annemüller | 23.04.2015