Versuch über den Humor

Wer als Philosoph über das Thema Humor nachdenkt, hat keinen Grund zur Freude: Die Philosophie kommt in der neueren Humorforschung nicht vor.


Vortrag im "Forum Philosophicum" am 9. April

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Wer als Philosoph über das Thema Humor nachdenkt, hat keinen Grund zur Freude: Die Philosophie kommt in der neueren Humorforschung nicht vor. Zur Begründung wird auf die unüberschaubare Vielfalt der Verwendungsweisen des Wortes Humor verwiesen. Nicht die Prinzipien suchende Philosophie, sondern die Einzelwissenschaften sollen sich, so meint man, den vielfältigen Spielarten von Humor in den verschiedenen Bereichen menschlicher Praxis widmen. Der Vortrag zeigt in einem ersten Teil, dass diese Ansicht aus begriffslogischen Gründen falsch ist. In einem zweiten Teil entwickelt der Vortrag eine Problemgeschichte neuzeitlicher Humortheorien, die von Laurence Sterne über Jean Paul bis zu Thomas Nagel reicht. Am Ende steht ein kunstgeschichtlicher Rückblick auf die aus der Antike bekannten Motive des lachenden Demokrit und des weinenden Heraklit, die erst in den Humortheorien der Moderne zusammengeführt werden.

Veranstaltungsort ist am 9. April das Seminargebäude der FernUniversität, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen, Erdgeschoss, Räume 1 und 2. Die Veranstaltung unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs beginnt um 18.30 Uhr. Alle Interessierten sind willkommen.

Prof. Dr. Jürgen Stolzenberg hatte 1998-2013 die Professur für Geschichte der Philosophie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kant und die klassische deutsche Philosophie; Neukantianismus; der frühe Martin Heidegger; Theorie der Subjektivität; Ästhetik; Philosophie der Musik.

Gerd Dapprich | 08.04.2015