Nur noch ein Leben leben

Apl. Prof. Ulrich Schödlbauer will sich im Ruhestand auf die Schriftstellerei konzentrieren. Er ist Literaturfreunden durch seine Gedichte, Essays und erzählende Prosa bereits bekannt.


Wissenschaftler und Schriftsteller nahm Abschied von der FernUniversität

Es ist Zeit, nicht mehr zwei Leben zu leben, sondern nur noch eines – das aber richtig. Apl. Prof. Dr. Ulrich Schödlbauer ist nicht nur Literaturwissenschaftler, sondern auch Schriftsteller und Essayist. Noch vor Erreichen der Altersgrenze nahm er von der FernUniversität in Hagen und dem Lehrgebiet Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Medientheorie von Prof. Dr. Uwe Steiner Abschied, um sich zukünftig ausschließlich dem Schreiben zu widmen. Zuvor überreichte der Rektor Prof. Dr.-Ing. Helmut Hoyer die Urkunde, mit der Schödlbauer aus dem Dienst der Hochschule in sein neues Leben entlassen wurde.

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Prof. Ulrich Schödlbauer

Als Wissenschaftler befasste Schödlbauer sich besonders mit der Kultur- und Kunsttheorie, als Literat trat er mit Gedichtbänden und literarischen, philosophischen und politisch-kulturellen Essays sowie erzählender Prosa hervor. In seinen Abschiedsworten vor zahlreichen Kolleginnen und Kollegen und Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern klang durch, dass sich die beiden Leben – das des Wissenschaftlers einerseits, das des Literaten andererseits – nicht immer reibungslos vereinbaren lassen. Dennoch: An der FernUniversität ist er gerne gewesen.

Prof. Schödlbauer, der 1951 geboren wurde, nahm nach seiner Promotion 1982 Lehrtätigkeiten an verschiedenen Universitäten auf, auch an der FernUniversität in Hagen. 1991 wurde er habilitiert und erhielt die Venia Legendi im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft. An der FernUniversität, der er durch Lehrtätigkeiten verbunden blieb, wurde er 1996 außerplanmäßiger Professor. Sechs Jahre später wurde er Herausgeber von „IABLIS – Jahrbuch für europäische Prozesse“, 2006 Mitglied im Vorstand des Kondylis-Instituts für Kulturanalyse und Alterationsforschung.

Gerd Dapprich | 08.04.2015